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AIMS bringt Opernwelt nach Graz

Foto: Gerald Hirl

Über 30 Konzerte, internationale Meisterkurse und junge Stimmen aus aller Welt: AIMS macht Graz auch 2026 wieder für sechs Wochen zum Zentrum der Opernwelt. Wir sprachen mit Intendant Clemens Anton Klug über die diesjährige Ausgabe.

Was erwartet das Publikum beim AIMS-Summer of ’26?

Heuer feiern wir die Liebe, die Donau, das Lachen und Giuseppe Verdi. Wir haben all diese Aspekte im inoffiziellen Untertitel Liebe – alles fließt zusammengefasst. Patrick Hahn wird Bartóks Concerto for Orchestra dirigieren, und wir werden den Zyklus der Orchesterkonzerte mit einem Opernabend zu Verdis 125. Todestag eröffnen. Das AIMS Festival Orchestra unter der Leitung von Lukas Beikircher spielt am 23. Juli Liebesduette und -arien, wie auch Orchesterwerke von Richard Strauss. Alfred Eschwé lädt zu einem Fest bei Prinz Orlofsky in die Kasematten und die Eröffnung am 12. Juli im MUMUTH könnte man aufgrund der Kompositionen von Nino Rota und John Williams als „Movie Night“ bezeichnen. Darüber hinaus bieten wir zahlreiche Konzerte bei freiem Eintritt an, darunter das Kinderkonzert im Salon Stolz, die beliebten Spiritual-Konzerte sowie Lieder- und Arienabende mit Klavierbegleitung im Kammermusiksaal. Wer in netter Gesellschaft einen heiteren Abend mit gutem Essen verbringen möchte, ist herzlich im Congress willkommen, wo wir zweimal Musik und Spezialitäten aus dem Süden anbieten. Und nach dem großen Erfolg im Vorjahr veranstalten wir wieder ein Opernkonzert mit Orgelbegleitung in der Grazer Stadtpfarrkirche. Wir gastieren aber auch in Straßengel, Gleinstätten, Weiz, Sankt Stefan ob Stainz und in St. Paul im Lavanttal.

Clemens Anton Klug mit Generaldirektorin Sarah Halley
Foto: Gerald Hirl

Trotz dieser Fülle an Konzerten ist AIMS aber im Grunde genommen eine Musikschule?

Unser pädagogisches Angebot umfasst tatsächlich sehr viel mehr als die über 30 öffentlichen Veranstaltungen. Jeder AIMS-Teilnehmer erhält wöchentlich zwei Gesangsstunden, zwei Coachings mit einem Pianisten sowie Schauspiel- und Sprachunterricht usw. Wenn man das mit der Teilnehmerzahl multipliziert, ergibt sich eine Zahl von ungefähr 1.000 Unterrichtsstunden pro Woche. Das stellt eine logistische Herausforderung dar. Darüber hinaus bieten wir unsere öffentlichen Meisterkurse an: Zum ersten Mal dürfen wir Michael Schade willkommen heißen, ebenso wie erneut Malcolm Martineau, Linda Watson und Bo Skovhus. Für alle Meisterkurse ist der Eintritt kostenlos.

Hat die derzeitige politische Lage Auswirkungen auf AIMS?

Natürlich. Da unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus nahezu 30 Ländern stammen und viele von ihnen in Amerika studieren, haben einige die Befürchtung, nach ihrem Aufenthalt in Europa im Herbst nicht wieder in die USA einreisen zu können. Auch amerikanische Universitäten sind derzeit vorsichtig bei der Stipendienvergabe, da sie unsicher über die zukünftige Entwicklung von Förderungen in den USA sind. Die Tatsache, dass wir dennoch ausgebucht sind, spricht durchaus für die Qualität unseres Programms. Es erscheint also lohnend, trotz dieser Unsicherheiten nach Graz zu AIMS zu kommen. Wir sind immerhin die weltweit älteste und erfolgreichste Sommerakademie für Opernsängerinnen und -sänger.

Foto: Gerald Hirl

Was sind Ihre persönlich größten Herausforderungen als Intendant?

Unser Team ist klein: General Director Sarah Halley und Program Director Theresa Ruperd sind das ganze Jahr über in den USA. Das bedeutet, dass wir einander außerhalb des Sommers nie persönlich sehen. Aber wir sind uns genau bewusst, wer was macht, und jeder hat seine bzw. ihre Verantwortungsbereiche. Die genaue Teilnehmerzahl wissen wir allerdings erst kurz vor dem Sommer – viele Dinge können nur kurzfristig geplant werden. Ich muss mich um Visaanträge ebenso kümmern wie um die Organisation der Konzertsäle, des Notenmaterials sowie der Busse, Autos und anderer Transporte. Wir kaufen beispielsweise Straßenbahnkarten um beinahe 20.000 Euro ein. In diesen sechs Wochen lassen wir etwa 1,6 Millionen Euro in Graz und der Steiermark und tragen fast 12.000 Nächtigungen zur Tourismusbilanz bei.

Wie wird AIMS in Graz 2026 wahrgenommen?

AIMS hat ja das in den 1970er-Jahren sprichwörtliche Kultur-Sommerloch geschlossen. Später wurde AIMS in Graz als jährliche Selbstverständlichkeit nicht mehr so groß beachtet. Die Grazerinnen und Grazer sehen uns aber (wieder) als fröhliche Kulturbotschafter, und ich merke, dass viele in den vergangenen Jahren zu unseren Konzerten zurückgekehrt sind. Wir dürfen nicht übersehen, dass bei AIMS viele echte Opernstars von morgen zu erleben sind. In der vergangenen Saison gewannen mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jüngeren Zeit wichtige Wettbewerbe, wie die MET-Auditions oder den Operalia-Wettbewerb. Heuer sind beispielsweise auch einige bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Ich stehe mit vielen der AIMS-Alumni in Verbindung, und im Grunde genommen sagen alle, wie sehr sie für ihre Erfahrungen in Graz dankbar sind.            

Foto: Gerald Hirl

Highlights

12. Juli, MUMUTH
Feierliche Eröffnung 
AIMS Festival Orchestra, Chor und Solisten, Dirigent: Marzio Conti 

16. Juli, Stefaniensaal
Evviva Verdi! 
AIMS Festival Orchestra, Solisten,
Dirigent: Marzio Conti 

23. Juli, Stefaniensaal
Love is in the Air 
AIMS Festival Orchestra, Solisten, Dirigent: Lukas Beikircher

30. Juli, Stefaniensaal
Entlang der Donau 
AIMS Festival Orchestra, Solisten, Dirigent: Patrick Hahn

6. August, Kasematten
Ein Fest bei Prinz Orlofsky 
AIMS Festival Orchestra, Solisten, Dirigent: Alfred Eschwé 

13. August, Helmut-List-Halle
Meistersingerkonzert 
AIMS Festival Orchestra, Solisten, Dirigent: Marius Stieghorst

Alle Konzerte und Tickets auf www.aimsgraz.at