TRANSFER I Zeitgenössische Kunst aus der Steiermark und Kärnten: Parallele Ausstellungen in Deutschlandsberg und Wolfsberg hinterfragen die unterschiedlichen Aspekte von Zeit, Raum und gesellschaftlichem Wandel.
Der Koralmtunnel hat das Potenzial zur Veränderung, erschließt er doch einen gemeinsamen Kulturraum, der von der Steiermark bis nach Slowenien reicht. Doch wie können zwei Regionen einander wahrnehmen und wie verschieben sich Gewohnheiten, Vorstellungen und vielleicht sogar Identitäten? Fragen, denen in einer Doppelausstellung im Schloss Wolfsberg und im Kulturforum Laßnitzhaus in Deutschlandsberg nachgegangen wird. Die TRANSFER I Ein künstlerischer Austausch zur Mobilität betitelte Schau will mit Positionen zeitgenössischer Kunst die Perspektive weiten und fragen, wie sich unsere Wahrnehmung von Geschichte und Zukunft verändern wird. „Der Begriff TRANSFER steht dabei sinnbildlich für einen Austausch nicht nur zwischen den beiden Bundesländern, sondern für die vielfältigen Verflechtungen“, so Anja Weisi Michelitsch, gemeinsam mit Roman Grabner Kuratorin der Schau in der Steiermark.

Was entsteht, wenn Abstand schwindet?
Der Zug von Graz nach Klagenfurt fährt mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h und lässt die Landschaft zu einem verschwommenen grünen Streifen werden. „Die zunehmende Beschleunigung, die uns in jedem Lebensbereich widerfährt, hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung, sondern verändert unser Bewusstsein von Raum und Zeit. Entfernungen werden gleichsam zusammengeschoben, es gibt keine Distanzen mehr und Raum löst sich endgültig zugunsten der Zeit auf“, so Roman Grabner. Diese Überlagerung von Raum- und Zeitebenen ist in den künstlerischen Arbeiten ebenso Thema wie die Verbindung der Realität mit der Sphäre des Imaginären. Die jeweils sechs Künstlerinnen und Künstler in der Steiermark (Sonnhild Essl, Ernst Koslitsch, Marlene Mautner, Katrin Plavcak, Daniel Wetzelberger, zweintopf) und Kärnten befragen aus einer kritischen Distanz heraus die materiellen Bedingungen der Realisierung des Großprojektes und wenden sich Mobilität mit ihren ökologischen, technologischen und gesellschaftlichen Implikationen zu. „So vielfältig die Wege, so eindringlich das gemeinsame Ziel: jenen offenen Raum sichtbar zu machen, in dem Bewegung zu Begegnung wird“, so Weisi Michelitsch.

Kulturforum Laßnitzhaus Deutschlandsberg
Eröffnung: 2. Juli, 19 Uhr
www.deutschlandsberg.at
Schloss Wolfsberg
Eröffnung: 1. Juli, 19 Uhr
www.wolfsberg.at
Zu sehen bis 30. August 2026 (Do–So, 10–17 Uhr in Deutschlandsberg; Di–So, 10–17 Uhr in Wolfsberg)













