Werke rund um Walter Köstenbauers „Lebensthema“ sind in der ORF-Steiermark-Funkhausgalerie zu sehen.
Das Gedicht Die Zeit der Steine von Erich Fried und die Begeisterung für die Granitblöcke im Wald- und Mühlviertel lösten Mitte der 1980er-Jahre eine malerisch-philosophische Lawine im Schaffen von Walter Köstenbauer – einem Schüler von Hannes Schwarz und Wolfgang Hollegha – aus. 15 Jahre später versuchte sich Köstenbauer von diesem selbst auferlegten Themenzwang zu befreien, indem er sich auf Projekte jenseits von Stein- und Felsinterpretationen konzentrierte. Doch das „Lebensthema“ drängte in den letzten Jahren wieder zunehmend in seine Malerei. Waren es bei der letzten Einzel-Ausstellung im Universalmuseum Joanneum noch Überarbeitungen von historischen Tierdarstellungen aus dem 19. Jahrhundert, so bekennt sich der Künstler in der Schau Nur Steinigkeiten in der ORF-Funkhausgalerie zu seinen Wurzeln und zeigt neue Werke zum Thema „Fels und Stein“. Entstanden sind sie in seinem großzügigen Grazer Atelier und im legendären Bildhauerhaus bei St. Margarethen im Burgenland. So schließt sich der Kreis. Sogar die Schlusszeilen des Erich-Fried-Gedichts von 1963 haben wieder eine beängstigende Aktualität erlangt: „Wer die Menschen reden hört, weiß, es werden nur Steine bleiben.“
Zu sehen bis 4.9.2026, Mo–Fr 9–18 Uhr
ORF-Steiermark-Funkhausgalerie
Marburger Straße 20, 8042 Graz













