Ein Jubiläumsprogramm mit ausgewählten Siegerfilmen markiert den Beginn des Internationalen Filmfestivals Mountainfilm Graz – gefolgt von einer Festivalwoche mit den neuesten Produktionen aus Alpinismus, Bergsport und Natur.
Seit 1986 veranstaltet der ehemalige Höhenbergsteiger Hans-Robert Schauer das internationale Bergfilmfestival. Seit 2014 ist es dem Grazer Publikum und weit darüber hinaus als Mountainfilm Graz bekannt. Heuer findet es von 17. bis 21. November statt und bietet zum Auftakt eine Besonderheit. Denn zum 40-jährigen Jubiläum wird es in der Woche vor dem regulären Festival von 10. bis 11. November im Filmzentrum im Rechbauerkino als Ouvertüre eine Auswahl von Siegerfilmen der vergangenen Festivals zu sehen geben. Gezeigt werden Klassiker aus dem breiten Themenspektrum des Festivals, die die Erfolgsstory der Grazer Veranstaltung mit globalen Verbindungen abbilden. Darunter etwa die als „Bester Kletterfilm 1988“ ausgezeichnete Produktion Stone Monkey über den britischen Kletterer Johnny Dawes oder die österreichische Produktion Mount St. Elias – „Bester Abenteuerfilm 2009“ – von Gerald Salmina.

Foto: David Göttler
Österreichpremiere eines Sisyphus-Erfolgs
Mit den neuesten Outdoorfilmen in den vier Festivalkategorien „Alpinismus & Expeditionen“, „Sport in Berg- & Naturräumen”, „Menschen & Kulturen“ sowie „Natur & Umwelt“ und einem informativen Rahmenprogramm mit Live-Präsentationen durch die Filmschaffenden und Multivisionsvorträgen wartet das eigentliche Festival dann im Schubertkino und im Congress Graz auf. Doch nicht nur das Festival, auch Festivaldirektor Hans-Robert Schauer feiert 2026 ein (alpinistisches) Jubiläum: Vor 50 Jahren war er an der erfolgreichen Expedition über die „Schell-Route“ auf den 8.125 Meter hohen Nanga Parbat beteiligt. Der deutsche Extrembergsteiger David Göttler konnte diese Leistung 2025 wiederholen und flog anschließend als erster Mensch mit dem Gleitschirm von knapp unter dem Gipfel hinab. Der Film Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus, der als Österreichpremiere bei Mountainfilm Graz gezeigt wird, erzählt die Geschichte dieses Abenteuers. Es ist die Geschichte eines Erfolgs in mühsamer Sisyphusarbeit, aber in größtmöglicher Autarkie errungen. Denn anders als die Full-Service-Expeditionen kommerzieller Veranstalter war der „Experte im Scheitern“ (Selbstbeschreibung von David Göttler) nicht auf dem Normalweg, sondern wie Hans-Robert Schauer einst auf der schwierigen „Schell-Route“ unterwegs. Im Bühnengespräch zum Film diskutiert Protagonist Göttler mit den Teilnehmern der Expedition von 1976 über ihre Erfahrungen auf einem der gefährlichsten Berge der Welt.

Foto. Viktoria Kohner Flanagan
Internationaler Filmwettbewerb in Graz
Was an den fünf Festivaltagen von Mountainfilm Graz 2026 folgt, ist ein vielfältiges Programm mit den besten Filmprojekten zu Themen wie Kletter- und Bergsport oder Expeditionsgeschichte. Und natürlich mit modernster Kameratechnik gefilmte Naturdokumentationen, die das Leben auf der Erde in nie gekannter Detailtreue zeigen. In Steile Welt – zwischen Abgrund und Zuflucht von Regisseur Patrick Centurioni wird etwa einer der letzten wahrhaftig wilden Lebensräume Europas aus nächster Nähe betrachtet. Anmutige Felsformationen, schwindelerregende Tiefen und nahezu senkrechte Wände. Hier wurden keine Städte gebaut, Felder bestellt oder Kriege geführt. In diesem Refugium überleben nur Spezialisten. Steinadler, Steinböcke und Gämsen trotzen den Naturgewalten und in den kleinsten Felsspalten werden von Eidechsen, Spinnen und Insekten erbitterte Revierkämpfe ausgetragen. Zur Weltpremiere des Films bei Mountainfilm Graz werden der Regisseur und das Filmteam mit dem Senderchef Gernot Lercher der neuesten ORF-Universum-Produktion erwartet.

Foto: Terra Mater Studios, Delphine Canal
Große Filmpreise zum Abschluss
Mit dem „Grand Prix Graz“ und den Preisen in den einzelnen Festivalkategorien zeichnet die Fachjury natürlich auch 2026 die sehenswertesten Filme aus dem Programm aus. Darüber hinaus haben junge Filmschaffende wieder ihre Filme zum Wettbewerb um den „Dachstein Best Newcomer Award“ eingereicht und zeigen ihre Sicht auf die Welt aus einer frischen Perspektive. Feierlich beendet wird Mountainfilm Graz am Samstag, den 21. November mit der Ehrung der besten Filme des Festivalwettbewerbs, die in der anschließenden Langen Nacht des Bergfilms im Stefaniensaal des Congress Graz noch einmal gezeigt werden.

Foto: strandfilm/door+bridge film/BSX Schmölzer
Jubiläumsveranstaltung von Mountainfilm Graz
10.–11. November
Filmzentrum im Rechbauerkino
Internationales Filmfestival Mountainfilm Graz 2026
17.–21. November
Congress Graz & Schubertkino
Festivalinformationen und Tickets auf www.mountainfilm.com













