Mit dem Motto „Red Flags“ eröffnet der steirische herbst Ende September seine 59. Ausgabe. Das Festival widmet sich gesellschaftlichen Konflikten, setzt auf spektakuläre Kunstaktionen und sucht den Austausch mit der regionalen Kulturszene.
Text: Stefan Zavernik
Warnsignale stehen im Mittelpunkt des steirischen herbst 2026. Unter dem Titel „Red Flags“ widmet sich das Festival jenen gesellschaftlichen Entwicklungen, die oft übersehen oder bewusst ausgeblendet werden. Intendantin Ekaterina Degot versteht den steirischen herbst dabei einmal mehr als Ort der Auseinandersetzung. „Der steirische herbst ’26 will keinen falschen Trost spenden, sondern zeigt, wie sich diese politische Toxizität in den Alltag einschreibt“, beschreibt Degot den programmatischen Zugang des Festivals.
Auftakt zwischen Ring und Bühne
Schon die Eröffnung am 24. September verspricht ungewöhnliche Bilder. Am Grazer Karmeliterplatz eröffnet Julian Warner das Festival mit Paradise Lost: Dieser Kampf ist kein Zeichen, einer musikalischen Performance, bei der ein Wrestlingkampf zum Sinnbild ideologischer Grabenkämpfe wird. Was zunächst an eine Sportveranstaltung erinnert, entpuppt sich als künstlerische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konfliktlinien unserer Zeit. Am Abend folgt in der Helmut List Halle die Tanzperformance Angelic Conversations von Alex Baczyński-Jenkins, ehe eine Clubnacht den ersten Festivaltag beschließt. Am zweiten Eröffnungstag öffnen die zentrale Ausstellung am Griesplatz sowie Franz von Strolchens Uraufführung Austria Demenzia, die die Erinnerungskultur und den Umgang mit historischer Wahrheit in den Blick nimmt.

Foto: Daniel Kindler
Internationale Gäste und regionale Perspektiven
Neben zahlreichen internationalen Produktionen sucht der steirische herbst heuer auch wieder den intensiven Austausch mit der heimischen Kulturszene. So präsentieren unter anderem Max Höfler und Andreas Unterweger, Lukas Michelitsch und die Rabtaldirndln neue Arbeiten. Ergänzt wird das Festival durch ein umfangreiches Partnerprogramm mit Institutionen wie dem Kunsthaus Graz, Camera Austria, Forum Stadtpark oder dem Schauspielhaus Graz. Mit „Out of Joint“ ist zudem das Literaturfestival des Literaturhauses Graz wieder Teil des steirischen herbst. Unter dem Titel „dissident“ beschäftigt es sich mit Literatur als Form des Widerstands gegen autoritäre Entwicklungen. Internationale Positionen und regionale Perspektiven treten damit bewusst miteinander in Dialog. Das vollständige Festivalprogramm wird am 10. August veröffentlicht, zeitgleich startet auch der Ticketverkauf.

Foto: Johanna Lamprecht
steirischer herbst ’26
24. September bis 18. Oktober 2026
Ausstellung: Griesplatz 34, Graz (bis 15. November)
Programm & Tickets: ab 10. August
www.steirischerherbst.at













