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All You Need is Love

Markus_Schirmer Foto: Christian Jungwirth

Bei ARSONORE dreht sich heuer alles um die Liebe, von Brahms bis zu den Beatles. Intendant Markus Schirmer spricht über das Bedürfnis nach Harmonie, die großartigen jungen und etablierten Künstlerinnen und Künstler – und verrät ein Geheimnis über seine frühen Jahre.

Text: Ellen Berg

In Ihrem Vorwort zum ARSONORE-Programm schreiben Sie über all die Feindseligkeiten und den Hass im Netz. Warum haben Sie sich vor diesem Hintergrund für die Liebe als Leitmotiv entschieden?

Das ist sehr einfach: Ich glaube, dass positive Themen in diesen Zeiten viel wichtiger sind und uns Halt geben können und sollten. Es gab einmal eine Zeit, in der wir Festivals rund um gesellschaftliche Problemstellungen kreiert haben. Heute glaube ich jedoch, dass genau das Gegenteil nötig ist. Die Menschen haben Angst vor der zunehmenden Polarisierung und wollen dort nicht hineingezogen werden. Es ist schlimm geworden – gerade durch den Einfluss von Bots, durch die manche im negativen Sinne manipuliert werden können. Aber es ist keineswegs alles grundsätzlich schlecht, da wird auf vielen Ebenen ein Zerrbild erzeugt. Genau da setze ich an: Das Bedürfnis nach Harmonie, Frieden und Wohlgefühl ist riesig. Und es gibt nun mal kein schöneres Gefühl als die Liebe.

Sie wünschen sich, dass die Liebe wieder in den Mittelpunkt unseres Handelns rückt. Kann ein Festival wie ARSONORE tatsächlich Verhalten verändern – oder lediglich für ein paar Stunden einen anderen Blick auf die Welt eröffnen?

Das kann es ganz sicherlich. Eine unserer Grundleitlinien ist seit jeher die Einbindung junger Hochbegabter. Wenn diese jungen Preisträgerinnen und Preisträger gemeinsam mit Profis auf der Bühne stehen – auf Augenhöhe mit den ganz Großen, die weltweit berühmt sind –, dann profitieren sie enorm von dieser Erfahrung. Gleichzeitig überträgt sich die jugendliche Frische der Talente direkt auf das Publikum. Das verändert die Wahrnehmung nachhaltig.

Harriet Krijgh, Violoncello
Foto: Felix Broede

Worauf achten Sie, wenn Sie die jungen Musikerinnen und Musiker für ARSONORE auswählen?

Durch unsere Kooperation mit der Kunstuniversität Graz können wir junge Künstlerinnen und Künstler präsentieren, die international bereits Furore machen, weil sie große Wettbewerbe gewinnen. Sie sind unsere Aushängeschilder, die man in der breiten Öffentlichkeit vielleicht noch nicht kennt – spannende Talente, die wir einem größeren Publikum vorstellen möchten, dem dabei regelmäßig der Mund offen stehen bleibt, weil die Zuhörerinnen und Zuhörer ausnahmslos begeistert sind. Es ist unglaublich, wie diese Talente wahrgenommen werden – mittlerweile auch auf Ö1 und Radio Steiermark. Wir sind sehr glücklich darüber, dass uns das Jahr für Jahr gelingt.

Welche Rolle spielt dabei der persönliche Konzertbesuch gegenüber dem digitalen Musikkonsum?

Das Live-Erlebnis ist durch nichts zu ersetzen – sei es, wenn man den Planetensaal in Schloss Eggenberg betritt oder am Abschlussabend in der Oper sitzt. Das nimmt man mit nach Hause und behält es im Herzen.

Gugg Piano Duo, Klavier
Foto: Stephan Polzer

Das Motto „Liebe“ ließe sich unendlich breit interpretieren. Nach welchen Kriterien haben Sie die Programme zusammengestellt?

Wir haben das Thema von allen Seiten beleuchtet. So wird der erste Abend im Zeichen der Vokalmusik stehen, unter anderem mit den Liebeslieder-Walzern von Brahms. Der zweite Abend ist ein besonderer Kammermusikabend mit einer wunderbaren, modernen Frische. Das dritte Konzert wird völlig anders, weil wir uns mit „Romeo und Julia“ beschäftigen, wobei neben faszinierender Klaviermusik, TV- und Burgtheater-Star Markus Meyer Shakespeares zeitlose Texte rezitiert. Am Freitagvormittag bieten wir ein Jugend- und Familienkonzert an, bei dem Harald Haslmayr gemeinsam mit der jungen quirligen Schauspielerin Rebecca Rosenthaler durch den Vormittag führt, am Samstag ist Christian Bakanic mit seinem Ensemble und Liebesliedern aus aller Welt in völlig neuem Gewand zu Gast, und am Sonntag habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht.

Was schenken Sie sich denn?

Eine famose Top-Band, die alle Hits und Balladen spielt, die ich Ende der 90er/Anfang der 2000er-Jahre unter einem Pseudonym komponiert habe.

Erika Pluhar
Foto: Lukas Beck

Sie verbinden Brahms, Mozart und Schumann mit den Beatles oder Weltmusik: Was reizt Sie an dieser stilistischen Offenheit?

Das bin einfach ich. Ich sehe Musik so und stehe dafür. Die Klassik ist das, was ich gelernt habe, was ich liebe und was mein Brotberuf ist. Aber ich habe immer weit über den Tellerrand hinausgeschaut. Originelle, einzigartige Programme mit stilistischer Vielfalt haben mich persönlich immer schon brennend interessiert. Egal ob Weltmusik oder Pop – es muss einfach immer von allerhöchster Qualität sein.

Neben der musikalischen Bandbreite gibt es bei ARSONORE auch Literatur oder philosophische Diskurse. Ist das Publikum heute auf der Suche nach solchen Gesamterlebnissen statt nach reinen Konzerten?

Das ist sicherlich für viele reizvoll, im Grunde aber nichts Neues. Wenn wir an die historischen Abende mit Franz Liszt zurückdenken, war das damals schon genau so: Erst gab es ein Musikstück am Klavier, dann ein Solo auf der Geige, gefolgt von einem Gedicht. Es ist also kein neues Rad, das wir hier erfinden, aber in einem erweiterten, modernen Kontext fasziniert es das Publikum heute ganz besonders.            

Irma Gigani, Klavier
Foto: Gigani

ARSONORE

Internationales Musikfest der Über-raschungen Schloss Eggenberg Graz
2.–6. September 2026

Mi, 2. September 2026, 19.30 Uhr ABENDKONZERT im Schloss Eggenberg, Planetensaal
„LOVE IS ALL YOU NEED!“
Das große ARSONORE Eröffnungsfest

Do, 3. September 2026, 19.30 Uhr ABENDKONZERT im Schloss Eggenberg, Planetensaal„LIEBESTRAUM!“
Zauberhafte Klänge im Schloss

Fr, 4. September 2026, 11.00 Uhr
FAMILIENKONZERT im Schloss Eggenberg, Planetensaal
„Love in concert – Junge Klassik!“
Mit dem g’scheiten Professor durch die Wunderwelt der Musik

19.30 Uhr
ABENDKONZERT im Schloss Eggenberg, Planetensaal
„ROMEO & JULIA!“
Eine Hommage an die unsterbliche Liebe

Sa, 5. September 2026, 19.30 Uhr ABENDKONZERT im Schloss Eggenberg, Planetensaal
„LOVE SONGS & LIABESLIADA!“
… zwischen Weltmusik, Magie und steirischer Leidenschaft

So, 6. September 2026, 18 Uhr
ABENDKONZERT in der Oper Graz
Markus Schirmer & THE ARSONORE ALLSTAR BAND
„LOVE PARTY“

Markus Meyer, Rezitation
Foto: Tommy Hetzel

www.arsonore.at