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Die Kellerkinder sind los

Die Themen der mit den Kellerkindern erarbeiteten Stücke werden von den Jugendlichen selbst eingebracht

Das Theater im Keller ist nicht nur das älteste freie Theater Mitteleuropas, sondern ebnet mit seiner Jugendarbeit auch den Weg in die Zukunft.

„Entsprechend unserem Leitbild, zu dem Nachhaltigkeit und Erhaltung der Produktionskraft durch die Jahrzehnte gehört, war es dem TiK immer ein Anliegen, den Nachwuchs zu fördern und Interessierten eine Erstbegegnung mit dem professionellen freien Theater zu ermöglichen“, so Alfred Haidacher, Kopf des Theaters im Keller. Dieses Angebot ist unentgeltlich und richtet sich an Menschen zwischen 14 und 20 Jahren. „Auch Integration und Inklusion waren und sind uns Anliegen, die in der Jugendgruppe ‚Kellerkinder‘ ihren Niederschlag finden“, ergänzt Haidacher. So wurde die Produktion Subway 35 (2016) fast zur Gänze mit unbegleiteten Flüchtlingen aus Kenia, dem Sudan oder Afghanistan erarbeitet. Eine dieser Jugendlichen fand auch bis zu ihrer unverständlichen Abschiebung ins Hauptensemble des TiK.

So funktioniert das Projekt

Über die Dauer einer Theatersaison, die in etwa der Dauer eines Schuljahres entspricht, wird Seminarbetrieb geboten, in dem ein abendfüllendes Stück einstudiert und zur Aufführung gebracht wird. In zunächst wöchentlichen Workshops, die sich am Inhalt des ersten Semesters einer Schauspielausbildung orientieren, werden Improvisation, Bewusstwerdung von Körper und Stimme, szenische Übungen, Förderung von Zusatztalenten wie Instrumentalmusikkenntnisse, schon erworbene tänzerische Fähigkeiten und Ähnliches vermittelt. Geleitet werden die Einheiten von ausgebildeten Schauspielerinnen und Schauspielern, die auch theaterpädagogische Erfahrungen mitbringen. Derzeit wird das Stück mit dem Arbeitstitel Die Farbe der Liebe fertiggestellt.

Heuer wird die Gruppe der Kellerkinder von Alfred Haidacher, einem ausgebildeten Schauspieler, Bühnenbildner, Regisseur, Autor und Übersetzer, geleitet
Foto: Furgler

Bekenntnis zur Jugendarbeit

Obwohl sich das TiK aktuell mit einer empfindlichen Kürzung der Förderung seitens des Landes Steiermark konfrontiert sieht, hat man beschlossen, das Projekt der Kellerkinder am Leben zu erhalten und die Teilnahme auch weiterhin kostenlos anzubieten. Haidacher: „Jugendarbeit ist und war uns immer wichtig. Dabei ist es unser Anliegen, die Jugendlichen nicht als Ressource zu sehen, die das Thea­ter mit Geld unterstützt, sondern als Gruppe mit unterschiedlichen Begabungen, die die Freude an der Arbeit kennenlernen, aber auch gefordert und eben gefördert werden dürfen.“ Damit bleibt das TiK, das 1945 gleich nach dem Krieg als „Probenkammer der steirischen Jugend“ gegründet wurde, seiner Tradition treu.   

Theater im Keller
Münzgrabenstraße 35, 8010 Graz
www.tik-graz.at

Im Juni im TiK

Sa, 20. Juni, 19.30 Uhr
Viktoria Dorls mit ihrem Soloprogramm „Amstetten“ im Rahmen des Joke Jungle Festivals in Graz   

Fr, 22. Juni, 19.30 Uhr
Im selben Festival wird Johanna Wagmeier über ihre Krebserkrankung sprechen und darüber Witze machen

Do, 25. Juni, 19.30 Uhr
Präsentationsabend der Grazer Autor*innenversammlung

Fr, 29. Juni, 19.30 Uhr
Premiere des Stücks „Die Farbe der Liebe“ der Jugendgruppe „Kellerkinder“