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KUG 2019/20: Vielfalt und Zusammenspiel

Invisible Drives 2019 Foto: Johannes Gellner

Seit beinahe 40 Jahren laden die KUG und ihre Studierenden dazu ein, im Rahmen ihres einzigartigen Veranstaltungszyklus Musik, Theater und Musiktheater hautnah zu erleben. Für das Studienjahr 2019/20 sind im Zusammenspiel vieler Beteiligter und auf Basis einer Vielfalt an spannenden Themen wieder drei einzigartige Abonnement-­Angebote entstanden.

„Lassen Sie sich von unseren jungen Studierenden immer wieder neu in deren künstlerische Welten entführen“, schwärmt Elisabeth von Magnus, Vizerektorin für Kunst an der KUG. „Sie kommen dabei nicht nur in den Genuss vieler inspirierender Abende – Sie spielen außerdem als Publikum eine ganz wesentliche Rolle auf dem Weg in die künstlerischen Berufe!“ Die Vielfalt an Abonnements der KUG spiegelt Jahr für Jahr die Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten wider, die das Haus bietet. Diese Vielfalt wird ergänzt von einer Vielfalt an Aufführungsorten, die die Vielfalt an Programmen unterstreicht und mithilft, die Vielfalt an Talenten, Kulturen, Sprachen und Ideen möglichst vielen Interessierten adäquat zu präsentieren. Jede einzelne Veranstaltung ist eine Herausforderung an das Zusammenspiel aller Beteiligten, das als Grundprinzip dem Profil der KUG vorangestellt ist. Das Zusammenspiel mit dem Publikum als Ziel jeder Aufführung kann nur als Ergebnis des Zusammenspiels der Studierenden untereinander bzw. mit ihren Lehrenden, unterstützt vom Zusammenspiel der Institute oder auch der verschiedenen Grazer Institutionen gelingen. Hinzu kommt das Zusammenspiel zahlreicher ungenannter Helferinnen und Helfer aus Organisation und Technik. Viele große und kleine Räder greifen hier für das große Ganze ineinander.

Gildas Quartet

Hauptabonnement: Vielfalt als Programm

Das Hauptabonnement der KUG vereint ausgesuchte Höhepunkte aus dem umfassenden Veranstaltungsangebot und spiegelt so das Spektrum der Ausbildungsmöglichkeiten wider: Orchester-, Chor-, Kirchen- und Kammermusik erwartet die Besucher ebenso wie Jazz, Oper und Schauspiel – mit Bühnengestaltung und Forschung als wichtigen bereichernden Elementen. Eine besondere Ergänzung zur Ausbildung an der KUG stellen die von der Universität ausgerichteten Wettbewerbe dar – so etwa der Internationale Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“. Am 27. Februar 2018 ging dessen 10. Ausgabe vor den Augen und Ohren eines interessierten Publikums, einer hochkarätigen Jury sowie Konzertveranstaltern des In- und Auslandes zu Ende. Für den Wettbewerb, Mitglied der World Federation of International Music Competitions, hatten sich 341 junge Musikerinnen und Musiker akkreditiert. 54 Duos, 19 Klaviertrios und 6 Streichquartette gingen tatsächlich an den Start, das sind 189 Teilnehmende aus 48 verschiedenen Nationen. Das Niveau in der Sparte Duo für Gesang und Klavier (Lied) hatte diesmal alle Zuhörer außerordentlich begeistert. So werden das erst- wie das zweitplatzierte Lied-Duo unvergesslich bleiben: Mikhail Timoshenko (Bassbariton) und Elitsa Desseva (Klavier) sowie Sophia Burgos (Sopran) und Daniel Gerzenberg (Klavier). Zu hören sind sie nun am 24. Oktober bei Ausgezeichnet_plus.

„Kunst ist Leben. Und die Kunst kann nur aus dem Leben schöpfen.“
Thomasd Lechner, Professor an der KUG
Foto: Benedikt Dinkhauser

„Wissen Sie, was man einmal ordentlich studiert hat, das merkt man sich ein Leben lang“, erläuterte Ralf Weikert im März 2018 in einem Interview. Der international hoch renommierte Dirigent war nach exakt fünf Minuten Bedenkzeit für den krankheitsbedingt ausgefallenen Ivor Bolton eingesprungen, um das KUG-Orchester zu dirigieren. Sein Resümee nach den ersten Proben: „Das aus höchst ambitionierten Studenten bestehende Uni-Orchester ist ja bestens vorbereitet.“ Auch das dürfte den Maestro überzeugt haben, noch einmal nach Graz zu kommen: Unter dem Titel „Vive la France!“ interpretiert Ralf Weikert in der kommenden Saison am 7. November 2019 mit dem KUG-Orchester Ravel, Poulenc & Berlioz.

Programm für junges Publikum
Foto: Johannes Gellner

Zusammenspiel im abo@MUMUTH

Das abo@MUMUTH versucht, das von der KUG propagierte Zusammenspiel von Jahr zu Jahr neu zu denken und zu definieren. 2019/20 gibt es zum Beispiel einige Veranstaltungen, in denen Studierende gemeinsam mit ihren Lehrenden zu erleben sind – „einerseits als Format, das für unsere Studierenden eine ganz spezielle Inspiration sein soll, andererseits die Möglichkeit für unser Publikum, unsere Professorinnen und Professoren kennenzulernen“, wie Vizerektorin Elisabeth von Magnus erklärt. Den Start macht am 7. Oktober aber erneut eine Wettbewerbs-Produktion: Die Musiktheateruraufführung Consumnia von Seyhung Kim, Preisträgerwerk des 7. Johann-Joseph-Fux Opernkompositionswettbewerbs. Es inszeniert KUG-Professor Olivier Tambosi, der 2019 bereits mit der KUG-Version von Haydns La fedeltá premiata Furore gemacht hat.

Sandra Macher
Foto: Emmanuel Feiner

Bei „Surround Sound“ wird im Dezember wieder der Internationale Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ zum Thema. Das Gildas Quartet zeigt, wie es den zum ersten Mal vergebenen Musikvermittlungspreis erhalten hat: Die vier Musiker laden ihr Publikum ein, immer wieder den Ort zu wechseln, um zu erleben, was sich damit beim Zuhören ändert. „Kunst ist Leben. Und die Kunst kann nur aus dem Leben schöpfen. Das eine kann ohne das andere nicht.“ So Thomas Lechner, seit zwei Jahren Schlagwerk-Professor an der KUG. „Ohne Grenzen“ ist der Titel seines Antrittskonzertes, mit dem er diese Haltung auf eindrucksvolle Weise hörbar machen wird. Außerdem ist im abo@MUMUTH „Invisible Drives #8”, die erfolgreiche Kooperation mit der Linzer Bruckneruniversität, zu erleben oder „PPCM vokal“ mit dem neuen KUG-Professor Holger Falk. „Hier an der KUG bewegen sich die Künste in die Richtung von heute und das ist, was mich interessiert, das macht mein künstlerisches Leben aus“, erläutert dieser im Interview. Im Mai 2020 wird er sich in diesem Sinne auch musikalisch den Grazerinnen und Grazern vorstellen.

Holger Falk, Professor an der KUG
Foto: Kaupo Kikkas

Abo für junges Publikum

Spielerisch in die spannende Welt der Musik und des Theaters eintauchen – das verspricht das KUG-Abo für junges Publikum eben diesem. Angeleitet vom hochmotivierten Team der Kunstvermittlung bieten KUG-Studierende hier Programme, die weit entfernt sind von „braven“ Konzerten. Auf immer wieder neue Weise versuchen sie, ihrem Publikum die Musik näherzubringen, mit der sie sich täglich beschäftigen. Jede Veranstaltung kann – wie bei allen KUG-Abonnements – auch einzeln besucht werden. Im Kontakt mit Schulen geht das Abo für junges Publikum in diesem Studienjahr neue Wege: Anstatt Schulklassen in die Universität einzuladen, schultern die Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente und machen sich auf den Weg ins Klassenzimmer. Ganz nah und interaktiv soll der erste Kontakt zwischen Studierenden und Schülern sein, denn ein spannender Konzertraum entsteht überall, wo Musik für und mit Publikum gemacht wird.

Ralf Weikert
Foto: Johannes Gellner

„Die Harfe Aurora freut sich schon auf euch“, verspricht das Team, „und auch Clara, die mit euch tanzen möchte – aber ihr werdet auch einen heftigen Streit miterleben und einer Musikkommissarin beistehen können – ganz zu schweigen von der Zeitmaschine!“