Start Reise Europas Kulturhauptstadt 2018: Magic Malta

Europas Kulturhauptstadt 2018: Magic Malta

Foto: Tumer Gencturk

Malta stellt mit seiner Hauptstadt Valletta 2018 die Kulturhauptstadt Europas und zeigt neben üppiger Historie, dass man in der Kunst am Puls der Zeit liegt.

Text: Wolfgang Pauker

Malta, das ist ein Archipel bestehend aus den Inseln Gozo, Comino und Malta – der größten der drei Inseln, die sowohl kulturelles, wirtschaftliches wie auch administratives Zentrum des kleinsten Staates der Europäischen Union ist. Gegründet von den Kreuzrittern des Johanniter­ordens, heute Malteser genannt, wurde die Inselgruppe aufgrund ihrer idealen strategischen Lage im Zentrum des Mittelmeeres seit jeher umkämpft und besetzt, und so vereint Malta wie kein anderes europäisches Land die vielfältigen Einflüsse von Phöniziern, Römern, Mauren und Briten, die alle tiefe Spuren hinterließen, den Einwohnern aber nie ihre Identität nehmen konnten. Und so klein die Republik (schlanke 316 km²) ist, so reichhaltig ist die bewegte, über 7.000-jährige Geschichte, die man hier an jeder Ecke spürt.

Die Battery Street in der Hauptstadt Valletta.

Eine Insel als Freilichtmuseum

Spaziert man durch die engen, im Schachbrettmuster angelegten Gassen von Valletta, eingebettet in eine massive Festung und vollgepackt mit Renaissancebauten und barocken Palästen, wird man schnell überwältigt sein vom Charme der Stadt. Und spätestens wenn sich den Hügeln abwärts vorbei an den stilgebenden, wie Vogelnester an den Kalksteinfassaden hängenden Balkonen der Blick auf Meer und Hafen eröffnet, wird klar, warum Europas kleinste Hauptstadt seit 1980 als Gesamtkunstwerk UNESCO Weltkulturerbe ist.

Foto: Tumer Gencturk

Sagenhaft schön präsentiert sich auch die „stille Stadt“ Mdina, die alte Hauptstadt, in deren verschlungenen Straßen aus barocker und mittelalterlicher Architektur man der Gegenwart entrissen wird und auf Zeitreise geht. Gelegen auf einem Zentralplateau im Landesinneren eröffnet sich von der Stadtmauer ein gigantischer Blick über ganz Malta bis zum Hafen von Valletta. War dieser Hafen seit Jahrtausenden stets umkämpft, geht es dort aktuell geruhsamer zu.

Das vornehme Stadt Mdina bietet diskrete Einblicke in die Vergangenheit und besticht mit zeitloser Eleganz und Schönheit.
Foto: Clive Vella

Kleine Cafés und Restaurants mit unterschiedlich beeinflussten Küchen locken in der ganzjährig scheinenden Sonne zum Müßiggang. Einen sicheren Hafen bietet die Insel heutzutage eher Steuerflüchtigen, die mit ihren Privatjets oder Superyachten willkommen sind, um steuerschonend zu veranlagen. Doch dieses Image soll sich ändern. Nicht zuletzt mithilfe der Kultur, weshalb man die letzten Jahre daran arbeitete, Malta im Jahr 2018 als Kulturhauptstadt Europas zu positionieren. Hierfür konzipierte man ein buntes Programm, das weit mehr bietet als nur den Blick in die Vergangenheit.

Foto: Ian Attard

Ein ganzes Land als Kulturhauptstadt

2018 steht nun ganz im Zeichen von Kunst, Theater, Performance und Musik. Rund 400 Events sind geplant, und diese finden keineswegs nur in der Hauptstadt, sondern verteilt über die gesamte Inselgruppe statt und schaffen eine Balance zwischen Tradition und Innovation, Elitärem und Niederschwelligem, verzahnen Kunst- und Kreativszene, lokal wie international. Auch Österreich ist in Person der Kuratorin Maren Richter vertreten, die für die Hauptausstellung zur bildenden Kunst verantwortlich zeichnet. Für ihr Projekt „Dal-Bahar Madwarha“, abgeleitet von einem Satz des französischen Philosophen Gilles Deleuze, der so viel bedeutet wie „Die Insel ist das, was das Meer umgibt“, versammelt Richter 25 maltesische und internationale Künstler, die mittels Installationen, Performances und Interventionen das Insulare an Malta künstlerisch erforschen.

Foto: Tumer Gencturk

Sichtbar verändert hat Valletta auch sein Stadtbild, seitdem es den Zuschlag zur europäischen Kulturhauptstadt bekam. Der Tritonenbrunnen vor dem Stadttor wurde restauriert und der Haupteingang nach Valletta vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano neu gestaltet. Ein Teil der alten Festungsmauern wurde geschliffen und so der Blick auf den Platz vor dem neuen Parlament, welches durch wabenartig aufgebrochenen Kalksteinfassaden besticht, geöffnet. Gleich daneben wurde aus den Ruinen des alten königlichen Opernhauses ein Freilufttheater geschaffen.

Foto: Chris Mangion

Wohnen in einer Sehenswürdigkeit

Am Stadttorplatz befindet sich eine weitere Ikone des Inselstaates und ob seiner Architektur selbst eine Sehenswürdigkeit: The Phoenicia, das erste Luxushotel Maltas. Sein typisch maltesischer Stil bildet einen starken Kontrast zu den barocken und massiven Festungsmauern, die Valletta umschließen. Errichtet 1939 im Stil der 1920er Jahre, markierte es einen Meilenstein in Maltas Hotellerie, da es sich als Erstes an den Standards der besten europäischen Häuser orientierte.

Eine Hotellegende auf Malta: The Phoenicia
A Member of The Leading Hotels of the World, www.lhw.com

Es liegt innerhalb einer 3 Hektar großen Gartenanlage und bietet von seiner erhöhten Lage aus einen imposanten Blick auf den Hafen, das Mittelmeer und die Altstadt. Sämtliche hinter den Stadttoren gelegenen Einkaufs- und Geschäftsviertel und auch die belebten Res­taurants und Cafés am Meeresufer sind zu Fuß erreichbar. Nach umfassenden Revitalisierungsarbeiten wurde das Haus gerade frisch eröffnet. Der beheizte Bastion-Pool bietet einen Panoramablick auf den Hafen Marsamxett, dem größten Naturhafen Europas, und ein Spa samt Indoorpool wird noch bis Mai dieses Jahres fertiggestellt. Im Hotel zu besichtigen ist auch die größte private Sammlung von Werken des Malers Edward Caruana Dingli, einem der bekanntesten Porträtisten Maltas.

Die prächtige Lobby des Phoenicia im Stile der 1920er Jahre.
Foto: James McDonald

 


 

Tipps für Lunch und Dinner

 

Bahia – Junge, kreative Küche mit Weitblick

Triq Preziosi 75, Lija
www.bahia.com.mt

Gelegen in den verwinkelten Gassen von Lija, einer Wohngegend mit prächtigen Häusern aus dem 16. Jahrhundert, eröffnete unlängst in einem frisch restaurierten, über 200 Jahre alten Haus das Bahia, das sich schnell zu einem der besten Restaurants der Insel mauserte. Das junge Küchenteam überzeugt durch Mut zur Innovation bei hohem Respekt für die verwendeten Produkte. Die mehrmals jährlich wechselnden Menüs werden durch heimische Spitzenweine abgerundet. Hier präsentiert sich die neue Generation maltesischer Hochküche mit Blick über den Tellerrand. Reservierung unbedingt empfohlen.

Foto: toniolombardi.com

 

The PhoenixFine dining in kolonialem Ambiente

The Mall, Floriana
www.campbellgrayhotels.com

Das Restaurant, architektonisch inspiriert von den traditionsreichen Grand Cafés in ­Europa, vereint das Beste aus maltesischer, französischer und mediterraner Küche in kolonialem Ambiente direkt an der Stadtmauer von Valletta. Erstklassiges Servicepersonal serviert die Kreationen von Daniel Debattista im eleganten Saal oder auf der großen Terrasse des Phoenicia Hotels mit Blick auf den Naturhafen Marsamxett, der besonders abends erstrahlt, und den Stadtteil Sliema. Wer ein besonderes Dinner erleben möchte, ist hier genau richtig. Alternative: der sonntägliche Brunch.

 

MIRO – Ein Muss für Fans gepflegter Steakkultur

The George Hotel, St Julian’s
www.miro.com.mt

In einem schmucken Boutique-Hotel (The George) in den belebten Gassen der ­
St. Julian‘s Bay im Nordosten der Insel befindet sich das wohl beste Steak-Restaurant Maltas. Aus der Vitrine sucht man sich die herzhaften Stücke vom Rind, Schwein oder Lamm, die vom Chef täglich am Markt sorgsam ausgesucht werden, selbst aus, bevor sie nach Wunsch in der offenen Küche gebraten werden. Vorspeisen wie Beef Tartare oder Safran-Risotto werden am Tisch zubereitet bzw. im 24 Monate lang gereiften Parmesan­laib finalisiert. Die Bar bietet fantastische Cocktails und man parkt bequem in der Parkgarage des Hotels.

 

Palazzo Preca – Ein Hoch auf die mediterrane Küche

Strait Street 54, Valletta
www.palazzoprecavalletta.com

In einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert in den malerischen Gassen des historischen Zentrums von Valletta zaubern die beiden Schwestern Ramona und Roberta Preca in ihrem vielfach ausgezeichneten Restaurant mit allem, was im Meer um Malta zu finden ist, klassische Gerichte der mediterranen Küche auf höchstem Niveau. Neben fangfrischen Fischen und Meeresfrüchten stehen auch Klassiker der maltesischen Küche wie Eintöpfe oder Kaninchen sowie exzellenter maltesischer Wein auf der Karte. Das Ambiente erinnert an Süditalien und die Preise sind für die gebotene Qualität moderat.