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„MUTeinander“: Die Lange Nacht der Kirchen

Ihren Abschluss findet die Lange Nacht der Kirchen traditionell im Innenhof des Priesterse-minars ab Einbruch der Finsternis (bis 24 Uhr) beim Lichterlabyrinth Foto: Gerd Neuhold

Nach dem HOFFNUNGsvollen Schwerpunkt 2025 steht die Lange Nacht der Kirchen am 29. Mai heuer unter dem Motto „MUTeinander“ – ein Aufruf zum Miteinander und einander Mut machen.

In einer Welt voller Herausforderungen ist unser Miteinander wichtiger denn je. Deshalb lädt die Lange Nacht der Kirchen am 29. Mai dazu ein, die Kraft der Gemeinschaft zu feiern, Mut zu tanken und inspirierende Momente zu teilen. Besucherinnen und Besucher erwartet ein berührendes und buntes Programm – ein atmosphärisches Zusammenspiel aus feierlicher Liturgie, modernen künstlerischen Darbietungen, kontemplativen Elementen und lebendiger Gemeinschaft. Denn Kirche ist mehr als ein Ort des Glaubens. Sie ist auch ein Raum der Kultur und der Begegnung. Und sie ist offen für alle. Das Großevent mit rund 300 Veranstaltungen in der Steiermark (alle bei freiem Eintritt) soll die Möglichkeit geben, „Kirchenräume“ erlebbar zu machen, das Bewusstsein für die reiche kulturelle und spirituelle Geschichte zu schärfen und zwischenmenschliche Begegnungen in den Fokus zu rücken. Hier einige Highlights des heurigen Programms.

Die Lange Nacht der Kirchen am 29. Mai bietet Programm, das berührt, anregt und neue Perspektiven öffnet – bei freiem Eintritt zu allen Veranstaltungen
Foto: Gerd Neuhold

Türme, Glocken und Gewölbe

Eine besondere Führung findet in der Herz-Jesu-Kirche statt – zusammen mit dem Pfarrhof eines der bedeutendsten Bauensembles des späten Historismus in der Steiermark. 1991 schuf der weststeirische Künstler Gustav Troger zur 100-Jahr-Feier einen neuen Altar und Ambo. Der Kirchturm ist mit 109,6 Metern der höchste der Steiermark. Im Rahmen der Langen Nacht finden Führungen für jeweils 20 Personen auf den Kirchturm statt. Dauer ca. 1 Stunde, Zählkarten sind erhältlich im Kircheneck (Herrengasse 23).Tipp für Kinder: Im Programmpunkt „Lagerfeuer und Steckerlbrot im Herzgarten“ sind Kinder, Familien und Interessierte eingeladen, das Schul- und Gemeinschaftsprojekt „Herzgarten“ zu entdecken und dort am Lagerfeuer Steckerlbrot zu backen.
Führungen: 19.30, 20.10 & 20.50 Uhr / Lagerfeuer: 19.30–21 Uhr, Herz-Jesu-Kirche 

Kinderprogramm Lagerfeuer und Steckerlbrot im Herzgarten sowie Führungen auf den höchsten Kirchturm der Steiermark gibt es in der Herz-Jesu-Kirche
Foto: Eva Heidlmair

Schwerpunkt „Palestrina/Rilke“

Das Bildungsforum bei den Minoriten präsentiert Lamentationes Jeremiae – Pierluigi Palestrinas Meisterwerk in kleiner Besetzung, verwoben mit Gedichten von Rainer Maria Rilke. Gespielt wird dieses ergreifende Meisterwerk der Renaissance-Polyphonie aus dem 16. Jahrhundert vom St. Thomas Consort des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums unter der Leitung von Claire Pottinger-Schmidt. Die Gedichte Rilkes (der vor 150 Jahren geboren wurde) vermitteln, trotz aller Widrigkeiten, eine Botschaft des Vertrauens und der Zuversicht in die göttliche Präsenz.
18.30–20 Uhr, Dreifaltigkeitskirche
21.15–22.30 Uhr, Arkadensaal im Minoritenzentrum 

Zwei Seiten des selben Mondes

Im Quartier Leech (Katholische Hochschulgemeinde Graz) ist aktuell die Ausstellung Two Sides of the Same Moon (Adah & Zillah) von Małgorzata Markiewicz zu sehen, in der die Künstlerin nach neuen – und alten – Modellen der Spiritualität sucht: Verbindungen zur Natur, zur Erde und zu Schwesterlichkeit. In der Langen Nacht gibt es eine Führung durch die Ausstellung, die Hauskapelle und zum Arnulf‑Rainer‑Kreuz. Den Auftakt bildet ein Gespräch mit der Künstlerin.
20–21.30 Uhr, Quartier Leech

Das Arnulf-Rainer-Kreuz ist Teil einer Führung durch das Quartier Leech, in dem aktuell die Ausstellung Two Sides of the Same Moon (Adah & Zillah) zu sehen ist

Kost(bar) – Mut zum Probieren

In einer Veranstaltung von Com­UnitySpirit – Religionen und Kulturen im Dialog und der Katholischen Stadtkirche Graz stellen verschiedene Religionsgemeinschaften (Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus) typische Speisen und besondere Traditionen vor. Musikalisch begleitet von Michael Zarfl.

18–21 Uhr, Z3 (bei der Leechkirche) und Stiegen outdoor 

„Maria Muoter“ – Konzert alter Musik

Alte und ältere Musik wird zum Marienmonat Mai mit Dudelsäcken, Drehleiern und weiteren historischen Instrumenten im Inneren der Leechkirche zu Gehör gebracht. Vorgestellt werden Stücke aus 800 Jahren Marienverehrung, die sich mit der Lebensfreude alter Tänze verbinden. Ein Konzert in drei Durchgängen.
19.30, 20.30 & 21.30 Uhr, Leechkirche

Besuch im „Himmlischen Jerusalem“

Die Pfarrkirche St. Jakob in Thal bei Graz ist ein Gesamtkunstwerk von Ernst Fuchs, einem Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Fuchs übernahm die künstlerische Ausgestaltung und schuf ein farbenprächtiges Werk, das Architektur, Malerei und Bildhauerei vereint. Bei einer Führung taucht man ein in seine visionäre Welt.
In der Ernst-Fuchs-Kirche interpretiert im Anschluss Wolfgang Sorko Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen auf dem Cembalo, begleitet von spirituellen Texten, die den Klangraum öffnen und den Himmel im Hier und Jetzt erahnen lassen.
Danach lädt man in „Den Himmel spüren“ zu einem Gespräch, einer Diskussion, einem Glas Wein. „Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir: Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“ (Angelus Silesius, 1624-1677)
Führung: 17–18 Uhr / Konzert: 18–19.30 Uhr / Gespräch: 19.30–21 Uhr, St. Jakobus in Thal/Graz

Das gesamte Programm unter: www.langenachtderkirchen.at/steiermark