Prokofjews Romeo und Julia als packender Tanz-Thriller an der Oper Graz: Knapp 300 Jahre, nachdem Shakespeare die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt verfasste, verwandelt Choreograf Etienne Béchard den Stoff in ein apokalyptisches Tanzereignis.
Seit der Antike bevölkern tragische Liebespaare die Weltliteratur wie auch die Theaterbühnen, doch insbesondere das Schicksal eines Paares weiß bis heute die Herzen von Publikum und Leserschaft anzurühren: Shakespeares Romeo und Julia. Die Geschichte der beiden „star-crossed lovers“ muss kaum erklärt werden, ist sie doch längst fester Bestandteil des literarischen Kanons. Unzählige Adaptionen des Stoffes zeugen von dessen ungebrochener Faszination, die auch Sergei Prokofjew dazu bewegte, Shakespeares Tragödie für ein abendfüllendes Ballett in Musik zu fassen. Das Projekt stellte sich als komplexes Vorhaben heraus, wobei insbesondere der Suizid der jungen Liebenden eine musikalische Herausforderung bedeutete, bemerkte der Komponist doch selbst: „Lebende Menschen können tanzen, tote nicht.“ Schließlich fand Prokofjews hochemotionale Ballettmusik 1938 den Weg auf die Bühne und trat einen Siegeszug um die ganze Welt an: Rhythmische Komplexität trifft hier auf klangliche Intensität und feine musikalische Charakterstudien der Protagonisten. Gemeinsam mit dem Ballett Graz widmet sich nun der junge französische Choreograf Etienne Béchard der packenden Tragödie und führt in eine Zeit nach der Apokalypse. Inmitten einer Welt am Abgrund, in der die einstige Ordnung zerfallen ist, herrscht ein Kampf ums Überleben. Zwei Clans stehen sich unversöhnlich gegenüber, getrieben von dem verzweifelten Griff nach dem Wenigen, das geblieben ist. Hier wächst zwischen Romeo und Julia eine Liebe, für die es keinen Platz zu geben scheint. Kraftvolle Choreografien verschmelzen mit Prokofjews fesselnder Musik und Popsongs der 1960er- und 1970er-Jahre zu einem fiebrigen Kosmos, in dem zarte Gefühle auf eine erbarmungslose Realität treffen – ein pulsierendes Tanzereignis zwischen Shakespeare und Mad Max!
Und für diejenigen, die nicht genug Tanz bekommen können: Die Erfolgsproduktion Follia! kehrt ab 5. November an die Oper Graz zurück. Lassen Sie sich erneut vom Sog des Tanzfiebers erfassen!
Romeo und Julia
bis 4. Februar 2027
Follia!
5. November bis 6. Dezember 2026
Oper Graz
Weitere Infos & Tickets: oper-graz.com













