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Die Kunst der Massenkultur

Werke von Andy Warhol (links) und Steve Alan Kaufman im Steirischen Feuerwehrmuseum

Das Steirische Feuerwehrmuseum in Groß St. Florian zeigt Pop-Art internationaler Künstlerpersönlichkeiten von Warhol bis Lichtenstein und beleuchtet die lokale Rezeption dieser Bewegung.

Die Pop-Art-Bewegung nahm ihren Ausgang in den USA und Großbritannien der 1950er-Jahre und markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Kunstgeschichte. „Pop-Art durchbrach bewusst die traditionellen Grenzen zwischen Hochkultur und Alltagskultur. Sie integrierte Motive aus Werbung, Comics und Konsumwelt in die bildende Kunst. Mit ihrer kraftvollen Bildsprache, ihren leuchtenden Farben und ihrer direkten Zugänglichkeit verlieh sie der Kunst eine neue, zeitgemäße Ausdrucksform“, so Katrin Knaß-Roßmann, Leiterin des Steirischen Feuerwehrmuseums. Grund genug, sich in der neuen Ausstellung POP ART diesem weiten Feld zu nähern und sowohl Werke internationaler Stars wie auch heimische Vertreter dieser Kunstströmung zu präsentieren.

Andreas Leikauf, art is a weapon

Mehr als plakative Kunst

Die Schau eröffnet im Rahmen der Kunst.Kultur.Tage „Schillern“ und zeigt, wie Pop-Art gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert und sich kritisch wie auch spielerisch mit der Konsumkultur auseinandersetzt. „Ein Thema, das bis heute nichts an Aktualität verloren hat“, so Knaß-Roßmann. Gezeigt werden Werke bedeutender internationaler Künstlerpersönlichkeiten – allen voran Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Keith Haring, Steve Kaufman oder Matthew Courtney –, deren Arbeiten die Pop-Art maßgeblich geprägt haben. Gleichzeitig richtet man aber auch den Blick auf Österreich und beleuchtet das Schaffen regionaler Kunstschaffender, die sich dieser Bewegung anschlossen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem steirischen Künstler Hannes Rossbacher, dessen Werk in Dialog mit den internationalen Positionen tritt. Ergänzt mit den Werken von Andreas Leikauf, ebenfalls Steirer, wird die Vielfalt und anhaltende Relevanz der Pop-Art in unserem Bundesland hervorgehoben.

Keith Haring

Von der Werbung zur Kunst

Im Fokus der Schau steht Hannes Rossbacher, geboren 1947 in Pöls bei Judenburg, der seit jeher von Marken und Brands fasziniert ist. Aufgewachsen als Sohn eines steirischen Kaufhausbesitzers war er von frühester Kindheit an von Produkten umgeben, schon damals entdeckte er seine Leidenschaft für bunte Bilder, aber auch sein Talent zu zeichnen und zu malen. Schließlich brach er nach Wien auf, wo er Grafik-Design studierte und erfolgreich in der Werbebranche zu arbeiten begann. Die vielen Marken, die er im Laufe der Jahre begleitet und teilweise sogar miterschaffen hat, haben ihre Spuren hinterlassen, ihn inspiriert und sukzessive zur Entwicklung seiner Kunst und diversen Zyklen beigetragen. Wie etwa dem Zyklus Global Brand Art, mit dem er Menschen zur friedlichen Koexistenz anstiften und zum bewussteren Umgang mit Produkten anregen möchte. Mit Das ZOFF, einer geschlechtsneutralen Trickfigur, die er seit 2014 in wechselnden Rollen einsetzt, manifestiert er auch seine Gedanken zu sozialen und gesellschaftspolitischen Themen.

Hannes Rossbacher, Das ZOFF „make a hit“

Massenkultur und ihre Symbole

Andreas Leikauf wurde 1966 in Judenburg geboren, studierte Malerei und Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien und setzt sich in seiner Kunst intensiv mit Verbindungen zwischen verschiedenen Kunstströmungen auseinander. Seine Werke beschäftigen sich häufig mit der visuellen Kultur, der Konsumgesellschaft und den Mechanismen der Werbung, die zentrale Aspekte der Pop-Art darstellen. Ein weiteres Merkmal seiner Kunst ist die Verbindung von traditionellen Maltechniken mit modernen, digitalen Medien und der Ästhetik der Gegenwart. Diese Mischung stellt einen Dialog zwischen der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kultur dar. Leikauf gehört zu den österreichischen Künstlern, die durch ihre zeitgenössische Auseinandersetzung mit Pop-Art und anderen künstlerischen Bewegungen zu einer breiteren Diskussion über Kunst, Kultur und Gesellschaft beitragen.          

Zu sehen bis 23. August
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr

Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur
Marktstraße 1, 8522 Groß St. Florian
www.feuerwehrmuseum.at