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Mut zum Denken des Undenkbaren

Foto: FRida&freD/ Hannes Loske

Geniale Erfindungen und verrückte Geistesblitze stehen im Mittelpunkt der neuen Mitmach-Ausstellungen „Die Tüftelgenies“ und „Die Tüftelmäuse“ im Grazer Kindermuseum FRida & freD.

„Erfinden heißt, die Welt zu verändern. Und Erfindungen beginnen oft mit einer einfachen Frage: Was wäre, wenn …? Genau diese Frage stellen Kinder jeden Tag und daraus entstehen die besten Ideen“, so Jörg Ehtreiber, Intendant und Geschäftsführer des Grazer Kindermuseums FRida & freD, in dem sich in den neuen Ausstellungen alles ums Tüfteln dreht. Ein zeitloses Thema, denn Erfindungen – egal ob aus purem Zufall oder Notwendigkeit – sind die Motoren, die die Entwicklung der Menschheit beeinflussen. Positiv wie negativ. Auch heute braucht es Visionäre, die mit Fantasie neue Ideen entwickeln, die auf den ersten Blick vielleicht absurd erscheinen und doch das Potenzial haben, die Welt maßgeblich oder zumindest im Kleinen zu verändern. In den neuen, interaktiven und barrierefreien Ausstellungen werden Kinder zu Geistesblitzen animiert, denn gerade die Jüngsten sind von Natur aus neugierig und innovativ. Ständig erfinden sie etwas neu, ständig wird etwas verbessert und weiterentwickelt – genau daran knüpft das FRida & freD an.

Tüftelgenies auf innovativer Mission

Die Mitmach-Ausstellung für Kinder ab acht Jahren widmet sich all den bekannten und beliebten Dingen, die einst erst erfunden werden mussten – egal ob Fahrrad, Trampolin oder Zuckerwatte. Doch von wem eigentlich? Und warum? Fest steht jedenfalls, dass eine Idee noch lange nicht ausreicht. Man braucht Geduld, Ausdauer, Fantasie und Neugierde. An unterschiedlichen Stationen werden die jungen Forschenden mit allen Sinnen zur eigenen Kreativität angeregt und auch die Auswirkungen von Erfindungen auf die Menschheitsgeschichte – vom Kunststoff (1907) über den Computer (1941) bis zum Mobiltelefon (1973) – werden aufgezeigt. Durch die spielerische Auseinandersetzung und durch ihr eigenes Tun erleben die Kinder physikalische Phänomene und erlangen naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Der Fokus wird auf die Menschen, die hinter den Erfindungen stehen, gerichtet und der Moment ihrer Eingebung wird herausgearbeitet.

Mit ihrem Erfindergeist finden Kinder ab acht Jahren in der Schau Die Tüftelgenies Lösungen und erfinden zugleich innovative Kreationen
Foto: FRida&freD / Hannes Loske

Die Tüftelmäuse sind los

Auch die Ausstellung für die 3- und 7-Jährigen widmet sich der Innovativität, denn vor allem im Kindergarten- und frühen Vorschulalter ist man nahezu unstillbar neugierig und es scheint die intrinsische Motivation zu sein, für Problemstellungen Lösungen zu finden. Genau das wird in der Schau, die in eine Mäusegeschichte eingebettet ist, angeregt. Mit großformatigen „Bilderbuch-Illustrationen“ gelingt es, die kleinen Erfindungen der Kinder in einen Kontext zu setzen und parallel zur Interaktion eine Geschichte zu erzählen. Gemeinsam mit den Tüftelmäusen Kunz, Lenz, Zita, Zora und Strizzi leben die Ausstellungsbesuchenden die Lust am Erfinden und Konstruieren aus, lassen sich inspirieren, denken weiter und lernen auf spielerische Weise. Sie fantasieren, entdecken, entwerfen und malen sich im wahrsten Sinne des Wortes aus, wie es ihnen gelingen könnte, die eine oder andere Herausforderung zu meistern. Sich gegenseitig zu helfen und Hilfe anzunehmen ist außerdem ein wichtiges Vermittlungsziel. Die Devise lautet: Alles ist möglich, alles ist erlaubt!

Das Sammeln von vielfältigsten Eindrücken und Erfahrungen steht bei den neuen Ausstellungen im Vordergrund
Foto: FRida&freD / Hannes Loske

Raus aus dem „Mathe-Dschungel“

Das Forschungslabor für Kinder ab acht Jahren steht heuer im Zeichen der Mathematik und zeigt, wie die Natur Möglichkeiten zum Lernen ganz ohne Rechnen bietet. Das Labor wird zur Erlebniswelt, in der man spielerisch Lösungsstrategien lernt und Handlungs- und Sozialkompetenzen entwickelt. Dauer eines Workshops für Gruppen: 1,5 Stunden (telefonische Voranmeldung), offen für Individualbesucherinnen und -besucher am Sa, So und in den Ferien von 10–13 & 14–17 Uhr.

Forscherixa und die wilde Hummel

Das Grazer Kindermuseum arbeitet auch mit dem narrativen Zugang für die Zielgruppe der 3- bis 6-Jährigen. Hierfür werden naturwissenschaftliche Phänomene in der Mitmach-Geschichte Forscherixa verpackt, in der die Kids die Hauptfigur beim Bestehen eines Abenteuers unterstützen. Dieses Jahr erlebt Forscherixa die Vielfalt in der Natur und ihrer Umwelt, wenn sie auf eine wilde Hummel trifft, die aufgebracht ist, weil ihre schöne Blumenwiese einem Parkplatz weichen soll.

Ausgehend von der Natur und den Sinnen können Kinder ab acht Jahren im Forschungslabor in die fabelhafte Welt der Mathematik eintauchen
Foto: FRida&freD / Hannes Loske

Rahmenprogramme

An den Ausstellungsinhalten orientieren sich auch die Rahmenprogramme. Mit dem MINT CLUB gibt es die Möglichkeit, einmal im Monat ein naturwissenschaftliches Phänomen näher kennenzulernen. Darüber hinaus werden an den Wochenenden Programme angeboten, welche die Themen mit Expertinnen und Experten und/oder kreativen Angeboten ergänzen und vertiefen. Die Sommerakademie verspricht neun Wochen Ferienspaß und ausgewählte Workshops im Jahreslauf widmen sich ebenfalls vorwiegend naturwissenschaftlichen Themen.

Tipp: Samstags und sonntags findet um 15 Uhr eine Science Show statt – mit erstaunlichen Aha-Momenten und Zeitreisen, die auch ohne Zeitmaschine möglich sind

Das Grazer Kindermuseum FRida & freD im Augarten zieht mit seinen Mitmach-Ausstellungen jährlich rund 100.000 Gäste an
Foto: Harry Schiffer

FRida & freD – Das Grazer Kindermuseum
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, Sa, So und Feiertage: 9–17 Uhr; Dienstag immer geschlossen, auch wenn der Dienstag auf einen Feiertag fällt!
Friedrichgasse 34, 8010 Graz
www.fridaundfred.at