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Der Programmbeirat für das Grazer Kulturjahr 2020

Foto: Fischer

Auf die Projekte, fertig, los: Die Vorarbeiten zum Kulturjahr 2020 sind angelaufen. Im September ist der achtköpfige Programmbeirat erstmals in seiner konstituierenden Sitzung zusammengetroffen. Wer sind die Persönlichkeiten, die in den kommenden Monaten über Förderkriterien und Projektanträge entscheiden?

Text: Pia Moser

Das für 2020 festgesetzte Kulturjahr setzt sich eine Standortbestimmung für die Grazer Kunst- und Kulturszene zum Ziel. Sowohl große Institutionen als auch die freie Szene und einzelne Künstlerinnen und Künstler werden sich zwischen November 2018 und März 2019 mit ihren Projekten im Rahmen des Kulturjahr-Calls bewerben können. Mit dem 5-Millionen-Sonderbudget sollen insbesondere solche Projekte gefördert werden, die sich künstlerisch mit urbanistischen Aspekten des Zusammenlebens auseinandersetzen. Nach der Bestellung des Projektmanagers Christian Mayer im September kamen nun auch die Mitglieder des Programmbeirats für das Kulturjahr 2020 zu ihrer konstituierenden Sitzung im Grazer Kulturamt zusammen. „Ich freue mich sehr, dass wir für die wichtige Arbeit des Programmbeirats acht Persönlichkeiten der Grazer und der internationalen Kulturszene gewinnen konnten, die mit ihrer jeweiligen Expertise die Identität des Kulturjahres 2020 prägen werden“, so Stadtrat Günter Riegler. Dem Programmbeirat, bestehend aus interdisziplinär agierenden Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft, kommt besondere Bedeutung zu: Durch Beurteilung und Auswahl der eingereichten Projekte wird dieser die Qualität und Struktur des Kulturjahres 2020 wesentlich gestalten.

Es wird konkreter

Auf der Agenda des neu entstandenen Gremiums: das gemeinsame Selbstverständnis, die künftige Arbeitsweise und vor allem die Verdichtung und Ausrichtung des Fördercalls. So widmete man sich Ende September erstmals der gedanklichen Vorarbeit zu den beiden wichtigsten Aufgaben des Beirats, die zuvor auch in der neu festgelegten Geschäftsordnung explizit benannt wurden: den öffentlichen Aufruf zur Einreichung inhaltlich zu schärfen, um das Kulturjahr in seiner programmatischen Ausrichtung aufzuladen. Um den Künstlerinnen und Künstlern genügend Zeit für neue und substanzielle Einreichungen zu geben, einigte sich der Beirat auf eine möglichst lange Zeitspanne des öffentlichen Calls: Dieser wird sich von spätestens Ende November bis ca. Mitte März erstrecken und ist inhaltlich wie örtlich an Graz gebunden und gleichzeitig international ausgerichtet.

Der Beirat sieht die nächsten zu setzenden Schritte in der Schärfung und Kenntlichmachung des Profils der Ausschreibung, um Kulturszene und Bevölkerung gleichermaßen zu erreichen und die Einreichungen in ein profiliertes Jahresprogramm für 2020 münden zu lassen. Es soll um die maßgeblichen Fragen zur Zukunft des Lebens in der Stadt Graz gehen. An die Arbeit will man sich nun mit einer großen Portion Enthusiasmus machen: „Wir würdigen das außerordentliche Engagement der Stadt Graz und freuen uns, bei diesem Projekt mitwirken zu können.“

Darrel Toulon

Darrel Toulon, geboren 1964 auf Domenica, absolvierte seine Ausbildung am United World College of the Atlantic (Wales), an den Thamesdown Contemporary Dance Studios (Swindon) und der Central School of Ballet (London). Nach diversen Engagements als Tänzer, Schauspieler und Choreograph war er ab 2001 für 15 Jahre Ballettdirektor und Chefchoreograph an der Oper Graz.

Foto: Christa Strobl

Mag. Annette Knoch

Annette Knoch, geboren 1968 in Graz, studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität. Von 1995 bis 1998 war sie im Literaturhaus Hamburg für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Seit 1999 arbeitet sie hauptberuflich im Literaturverlag ­Droschl, seit 2003 leitet sie den Verlag als Verlegerin.

Foto: Helmut Lunghammer

Mag. Monika Pessler, MSc

Monika Pessler studierte Kunstgeschichte in Graz und absolvierte die Ausbildung zur Museums- und Ausstellungskuratorin an der Donau-Universität Krems. 2014 Abschluss des Masterstudiums „Organisationsentwicklung/ Organisationen beraten“ an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Tätigkeiten an der Kärntner Landesgalerie (heutiges MMKK), für den steirischen herbst und im Atelier des Künstlers Peter Kogler. 2003 übernahm Monika Pessler die Direktion der österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung, seit 2014 ist sie Direktorin des Sigmund Freud Museums.

Foto: Fischer

DI Günter Koberg

Günter Koberg leitet das Fachteam Baukultur Steiermark (Land Steiermark, Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau), davor war er ebenfalls beim Land Steiermark in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, Hochbauplanung und Aufbau der Österreichischen Designstiftung tätig. Vorhergehende berufliche Stationen beim Haus der Architektur Graz (Leitung) und beim steirischen herbst (organisatorische Leitung). Günter Koberg hat Architektur an der TU Graz studiert.

Mag. Bettina Steindl

Bettina Steindl ist Projektleiterin von „Kultur Perspektiven 2024“, dem Bewerbungsbüro von Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bregenzerwald als Kulturhauptstadt Europas 2024, und leitet seit 2014 das designforum Wien. Davor war sie im Bereich Marketing und Kommunikation bei den europäischen Kulturhauptstädten Essen (RUHR.2010) und Linz09. Nebenberufliche Lehrtätigkeit bei der FH Joanneum Graz und an der Kunstuniversität Linz.

Foto: designaustria

DDr. Christoph Thun-Hohenstein

Christoph Thun-Hohenstein studierte Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Nach der Promotion zum Dr. iur. und Dr. phil. trat er in den diplomatischen Dienst ein und war im Außenministerium u. a. als Europarechtsexperte tätig. Auslandsposten führten ihn nach Abidjan, Genf, Bonn und New York. Von 1999 bis 2007 war er Direktor des Österreichischen Kulturforums New York. Seit seiner Rückkehr nach Wien arbeitet er als Kulturmanager und leitet seit 2011 das Museum für Angewandte Kunst in Wien.

Foto: Sabine Hauswirth

Prof. Mark Blaschitz

Mark Blaschitz, geboren 1965 in Graz, lebt und arbeitet in Graz und Stuttgart. Nach seinem Studium der Architektur, Philosophie und Soziologie in Graz, Klagenfurt und Wien (Diplom für Architektur und Städtebau an der TU Graz), erhielt er unter anderem Lehraufträge an der TU Graz und der FH Joanneum. Seit 2010 ist er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart als Professor für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen in der Fachgruppe Architektur tätig. Mark Blaschitz ist außerdem Mitbegründer und Miteigentümer von SPLITTERWERK, einer Marke für bildende Kunst und Ingenieurwesen, die sich seit über 25 Jahren mit Projekten zwischen Architektur, Installation, Malerei, Urbanistik und Neuen Medien befasst.

Mag. Christian Mayer

Christian Mayer studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie in Mannheim und Mainz. Er arbeitete als Regieassistent und Dramaturg an wechselnden Häusern in Deutschland und Österreich. In Graz war er am Schauspielhaus mit Schwerpunkt auf internationale Zusammenarbeit und Stückentwicklung sowie an der Kunstuniversität als Projektleiter tätig. Er ist freischaffender Dramaturg im Bereich Schauspiel und Oper, zertifizierter Kulturmanager und nebenberuflicher Dozent für Dramaturgie und Thea­tervermittlung an der Karl-Franzens-Universität Graz. Im September 2018 wurde Christian Mayer als Projektmanager für das Kulturjahr 2020 bestellt und ist zugleich Vorsitzender des Programmbeirats.

Foto: Sissi Furgler