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Kunstuniversität Graz: Das MUMUTH klingt!

Foto: Wenzel

Mit einem Konzert der Reihe signalegraz startet das abo@MUMUTH am 11. Oktober ganz im Sinne der besonderen räumlichen Möglichkeiten an der Kunstuniversität Graz.

Die Veranstaltungsreihe signalegraz ist ganz der Präsentation musikalischer und klangkünstlerischer Arbeiten gewidmet – Arbeiten, die in substantieller Form mit moderner Medientechnologie in Verbindung stehen, mit solcher konzipiert oder realisiert werden. Der Untertitel der Veranstaltungsreihe deutet das Spektrum der Arbeiten an, die mit signalegraz präsentiert werden sollen. Benannt sind dort Elektroakustische Musik (als Überbegriff verstanden), algorithmische Komposition und Radiokunst (als wichtige Exponenten genannt) und Performance (als Gegenpol zur Warenform des Werkes gedacht). Es ist ein weites Feld, dessen sich signalegraz annimmt. Zudem ist es Programm der Veranstaltungsreihe, historische Positionen aus den letzten Jahrzehnten zeitgenössischen Ansätzen gegenüber zu stellen. Im Rahmen des abo@MUMUTH werden durch signalegraz wiederholt internationale Großmeister der Elektronischen Musik vorgestellt. Zuletzt waren das Künstlerpersönlichkeiten wie Curtis Roads (2016) und Trond Lossius (2018), am 11. Oktober 2018 wird Clarence Barlow aus Kalifornien eingeflogen.

Foxer des MUMUTH
Foto: Wenzel

Ein Weltstar der Computermusik

Der 1945 in Kalkutta geborene Komponist gilt als einer der weltweit bekanntesten Vertreter der Computermusik. Seine erste Komposition soll er mit 11 Jahren geschrieben haben, ein naturwissenschaftliches Studium schloss er mit einem Diplom am Trinity College in London ab. Auf die Auseinandersetzung mit klassischer indischer Musik sowie mit mittelalterlicher und zeitgenössischer europäischer Musik folgte ein Studium (Komposition und elektronische Musik) an der Hochschule für Musik in Köln, unter anderem bei Bernd Alois Zimmermann und Karlheinz Stockhausen. Viele der bei signalegraz präsentierten Arbeiten heben allgemein etablierte Formen der Präsentation und Rezeption von Musik aus den Angeln. Damit gerät auch ein traditionelles Verständnis der Begriffe Werk, Konzert, Komposition, Notation, Instrument, Interpretation und Improvisation aus den Fugen und muss immer wieder neu verhandelt werden. Mit dieser Reihe verfolgt die Kunstuniversität Graz das Ziel, die besten Bedingungen für das Erlebnis dieser Kunst zu schaffen – für das sinnliche Erlebnis des Hörens, das Zuhören und Nachdenken. Hinter diesem Erlebnis steht ein großes Team: Die Programmierung und Durchführung der Veranstaltungsreihe wird von Studierenden und AbsolventInnen sowie von mehreren Instituten der Universität getragen. Das vom Institut für Elektronische Musik und Akustik koordinierte Team erarbeitet das Programm gemeinsam mit den Instituten für Bühnengestaltung und Musikästhetik sowie dem Institut für Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren. Besonders gefordert ist natürlich das Technik-Team des MUMUTH. Mit dem György-Ligeti-Saal im MUMUTH besitzt die Kunstuniversität Graz einen weltweit einzigartig ausgestatteten Aufführungsraum und damit eine ideale Heimat für signalegraz.

Foto: Johannes Gellner

Das MUMUTH

Die Bemühungen um den Bau eines zusätzlichen Produktions- und Veranstaltungsgebäudes für die Kunstuniversität Graz gehen zurück bis in das Jahr 1963. Eröffnet wurde das Haus für Musik und Musiktheater mit Zugang über die Lichtenfelsgasse schließlich am 1. März 2009. Für die eindrucksvolle Architektur zeichnet das renommierte holländische Architekturbüro UNStudio von Ben van Berkel verantwortlich, das den international ausgeschriebenen Wettbewerb (es gab 212 Einreichungen) für sich entscheiden konnte. Das in jeder Hinsicht hoch innovative Projekt war bereits als österreichischer Beitrag in der Biennale in Venedig ausgestellt. Nach seiner Fertigstellung erhielt das MUMUTH gleich zwei Auszeichnungen: den Fischer-von-Erlach-Preis (verliehen vom Verein Grazer Altstadt) sowie den Urban Land Institute Award (beide 2010). 2011 wurde es mit einer Anerkennung beim Architekturpreis des Landes Steiermark 2010 ausgezeichnet.

Foto: Wenzel