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Neuzugang im Österreichischen Skulpturenpark

Gunter Damisch, DichteDichter II Foto: Bauernfeind

Mit Gunter Damischs „DichteDichter II“ präsentiert der Österreichische Skulpturenpark die nun 75. Skulptur. Präsentiert wird sie beim Spätsommerfest am 9. September um 14 Uhr.   

Gunter Damischs DichteDichter II vervollständigt neben Hans Aeschbacher, Joannis Avramidis, Heinz Leinfellner, Marianne Maderna und Fritz Wotruba die Himmelstreppe im Österreichischen Skulpturenpark. Damisch (1958–2016) sah sich selbst als Zwischen­figur in der zweiten Generation der Neuen Wilden in Österreich. Abstraktion und Konzeptualität kennzeichnen seine Arbeitsweise, Impulsivität und Expression waren für ihn wichtig, jeglichem Narrativ stand er mit Skepsis gegenüber. So auch in seiner ersten Skulptur DichteDichter von 1991, die den Sprung in die Drei­dimensionalität seines Schaffens darstellt. Seine komprimierteste Skulptur weist kein Vorne, Hinten oder Seitlich aus, sondern öffnet uns bei jedem Schritt gleich einem umgestülpten Panorama neue Ansichten: aus der Zeit gefallene Köpfe, Röhren, Symbole, Figuren erscheinen als gleichwertige Darstellungen, die zwischen anthropomorpher und polymorpher Ausprägung Sinngefüge zu versammeln scheinen und sich im nächsten Moment jedem Versuch einer kompakten Zusammenschau von Sinn wieder entziehen.

Präsentiert wird die Skulptur beim Spätsommerfest am 9. September um 14 Uhr.
Foto: Stefan Lozar

Die Skulptur erinnert an Wächterfiguren der Osterinseln, deren Schweigsamkeit und abwehrende Monumentalität ­Damisch aber aufbricht. Ein zentrales Motiv findet sich ebenso wenig, wie eindeutige Lesbarkeit möglich wäre. Gleichwertigkeit und Offenheit ineinander übergehender Situationen, deren Anblick sich sekündlich im natürlichen Licht-Schatten-Gefüge wandelt, stellt seine besondere Erweiterung eines demokratischen Verständnisses von Skulptur dar. Die Arbeit erscheint als rätselhafte hieroglyphenartig angeordnete Struktur, die sich aber jeder Erzählbarkeit entzieht. Ganz im Gegenteil, Damisch zieht mit dem Titel eine zusätzliche Mehrdeutigkeitsebene ein. Ohne Trennungsraum zwischen den beiden Worten im Titel bewegt sich deren Sinn zwischen Imperativ als Handlungsanweisung und Kompression als unentwirrbarem Ganzen, dessen Einzelheiten man partiell zu hören vermeint. Präsentiert wird die Skulptur beim Spätsommerfest am 9. September um 14 Uhr.

Spätsommerfest im Skulpturenpark

Der Österreichische Skulpturenpark lässt den Sommer mit einem Fest ausklingen. Musik von Mama Feelgood und Colin Farmer, ein kostenloses  Kinderprogramm und Führungen durch den Park begleiten das Programm bei Kulinarik von Genusswerk Pur und der Konditorei Philipp. Der Eintritt ist frei! Ein Shuttle fährt gratis vom Kunsthaus zum Fest und retour (Infos und Anmeldung unter: 0316 8017 9704).

Reger Andrang bei den Festen im Österreichischen Skulpturenpark
Foto: Stefan Lozar

 

 

Österreichischer Skulpturenpark / Thalerhofstraße 85, 8141 Premstätten

Bis 31. Oktober täglich bei freiem Eintritt geöffnet

www.skulpturenpark.at