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Highlights aus der Sammlung

Maria Lassnig, Stilleben mit rotem Selbstporträt, 1969 Foto: N. Lackner/UMJ

Die Ausstellung „Show!“ zeigt Highlights von 1800 bis heute aus der mehr als 70.000 Werke umfassenden Sammlung der Neuen Galerie Graz.

Was sind „Highlights“, wer bestimmt diesen Status und wie unterscheiden sich solche Werke von anderen? Geht man vom Naheliegendsten aus, so sind das weithin bekannte Werke meist sehr namhafter Künstler*innen. Man kann aber auch von einem Konsens ausgehen, der allgemein besteht und solche Bezeichnungen nahelegt. Waldmüller, Klimt, Schiele, Boeckl, Warhol, Lassnig, Brus, Jungwirth – sie alle bedeuten „Highlights“, haben innerhalb der Sammlung der Neuen Galerie Graz einen besonderen Stellenwert und tragen gleichsam ihre Prominenz. Jener Sammlung, die von jeher neben Ankäufen durch Zuwendungen, Stiftungen oder Schenkungen unterschiedlichster Art entstand, wodurch sich das republikanische, bürgerliche Bewusstsein derer zeigt, die das Museum als „ihres“ begreifen und den Besitz dort als kollektiven Schatz. Aus den dadurch nach Graz gekommenen bedeutenden Werken internationaler wie lokaler Kunst eine Selektion zu präsentieren, ist die Intention der Ausstellung Show!.

Kiki Kogelnik, Crazy Bird, 1978
Foto: N. Lackner/UMJ

Kein neuer Kanon, keine Hierarchie

Die gezeigten frühen Werke folgen kunsthistorischen Kategorisierungen – Landschaftsmalerei, Städtebild, Portrait, Akt. Ideale des 19. Jahrhunderts als scheinbar ewig gültiges Konstrukt, die durch Werke der Gegenwartskunst gekippt wurden. Auf diese Weise entsteht hier kein kunsthistorisch linearer Ablauf, sondern eine vernetzte Struktur, eine Gesamterzählung.

Egon Schiele, Stadtende, 1917
Foto: N. Lackner/UMJ

Am Ende der von Günther Holler-Schuster kuratierten Schau werden die Erzählstrukturen aufgelöst. Die Kunst reagiert zunehmend auch auf sich selbst, wird selbstreflexiv und nimmt unterschiedliche kritische Haltungen sich selbst gegenüber ein. Show! bietet eine spannende Reise durch die Zeit von 1800 bis heute und gibt Einblicke in eine Ära, in der sich unser Lebensraum und der Mensch selbst so oft und grundsätzlich verändert haben. Bedeutende und ergreifende Bilder wurden erzeugt, uns damit vielfach ein Spiegel vorgehalten, Ideale etabliert und sie im nächsten Moment wieder zerstört.            

Oswald Oberhuber, Zähne, 1966
Foto: Neue Galerie Graz/UMJ

Show! Highlights aus der Sammlung
Bis 18.8.2024
Neue Galerie Graz
Joanneumsviertel, 8010 Graz
www.neuegaleriegraz.at