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Sprach-Vexierspiel über das Aneinander-Vorbeireden

Tamara Belic und Leo Weingerl geben ein Paar, das ohne Wahrnehmung des anderen aneinander vorbeiredet Foto: Wegscheidler/TiK

Der große Erfolg im Herbst 2025 hat das Theater im Keller bewogen, Günter Eichbergers Beziehungs-Humoreske wieder in den Spielplan zu hieven.

Die Uraufführung von In meinem Haus war ein voller Erfolg. Das Publikum war begeistert und die Presse feierte das Stück als eines, „das die Sprache verschlägt. Nur einem zum Glück nicht: Günter Eichberger“, so Bernd Melichar in der Kleinen Zeitung. Der Grazer Autor Eichberger beleuchtet darin literarisch klug und tiefgründig das Leben eines Paares, das buchstäblich nebeneinander existiert und ohne wirkliche Wahrnehmung des anderen aneinander vorbeiredet. Wie üblich versteckt sich dahinter eine ordentliche Portion Humor – ein wichtiger Bestandteil des Eichberger’schen Werkes, der beim oft vertrackten Vorgehen des Autors gerne übersehen wird. „Eichbergers Schreibweise ist häufig durch ironische Sprachspiele, groteske Übertreibungen und aphoristische Verknappung charakterisiert. So auch in diesem Stück, in dem das Publikum mit teils liebevollem, teils bösartigem Witz unterhalten wird“, so Alfred Haidacher, Kopf des Theaters im Keller. „Klingt kompliziert? Ist es nicht. Dafür sorgt die dichterische Pranke unseres Beinahe-Hausautors.“

Alfred Haidacher, Kopf des Theaters im Keller, übernimmt in In meinem Haus eine Rolle und führt Regie
Foto: Wegscheidler/TiK

Letzte Chance, das Stück zu sehen

Nun steht das Stück abermals am Spielplan. „Eine Wiederaufnahme ist am TiK ein ganz seltenes Ereignis, folgt doch bei uns üblicherweise Neuinszenierung auf Neuinszenierung und das kontinuierlich – nahezu ohne Wiederholungen im Repertoire – seit 75 Jahren. Zur Belohnung für diese andauernden Pionierleistungen, die, wie man an den Kritiken auch zu diesem Stück sehen konnte, als „lebendig, sprachverspielt und nahezu jugendlich subversiv“ (Sigrun Karre, KUMA) bezeichnet wurden, hat das Land Steiermark die Unterstützung für unser Theater um fast 30 % gekürzt. Und das rechtzeitig zum Jubiläum des ältesten kontinuierlich arbeitenden freien Theaters Mitteleuropas und eines der ältesten der Welt. Dennoch gibt es Grund, diesmal ausnahmsweise ein Stück wiederaufzunehmen und nochmals ans Publikum zu bringen. Wenn eine gelungene Arbeit gar zu wenige Aufführungstermine erfahren hat, sollte man das korrigieren. W as wir hiermit tun“, so Alfred Haidacher.    

Ein Stück, das mit Augenzwinkern hilft, auch das Ernste näher an die Menschen zu bringen
Foto: Wegscheidler/TiK

Vorstellungen: 22., 23., 24., 25. April, 20 Uhr und So, 19. April, 17 Uhr

Theater im Keller
Münzgrabenstraße 35, 8010 Graz
www.tik-graz.at