Start Kulinarik Kosten, wie Geschichte in der GenussHauptstadt Graz schmeckt

Kosten, wie Geschichte in der GenussHauptstadt Graz schmeckt

Foto: UMJ

Die GenussHauptstadt Graz und das Universalmuseum Joanneum laden dieses Jahr wieder zu einem Ausflug ein, der Geschichte zum Essen bietet: Die Genussreise im Museum stillt nicht nur den Wissensdurst ihrer Mitreisenden, sie liefert auch den Proviant.

Text: Lydia Bißmann

Zu einem Fixpunkt im Ausflugsprogramm von Einheimischen und Touristen gehört inzwischen die Genussreise ins Museum. An vier verschiedenen Standorten des Universalmuseums Joanneum in Graz und Stainz können die Besucher in vergangene Speiserituale, antike Zubereitungsarten, regionale Geschmacksvorlieben und Essens­utensilien eintauchen. Am Ende jeder Genussreise, die in Kooperation mit der GenussHauptstadt Graz ermöglicht wird, kommt aber erst die eigentliche Hauptsache – ein gemeinsames Mahl. Sowohl Museen als auch regionale Spezialitäten und Köstlichkeiten sind das Aushängeschild jeder Stadt. Werden bei einem Museumsbesuch alle Sinne gleichermaßen angesprochen, prägt sich das Erlebte viel besser ins Gedächtnis ein und verleitet zum Weitererzählen. Für die Projektleiterin und Konzeptionistin der GenussHauptstadt Graz, Waltraud Hutter, ist deswegen die Verbindung von kulturellem und kulinarischem Genuss eine besondere Herzensangelegenheit: „Für mich ist es ein sehr schöner Erfolg, dass es uns gelungen ist, mit Kulturschaffenden gemeinsam ein so abwechslungsreiches Programm für alle Altersgruppen anbieten zu können. Neben den Bühnen Graz und der styriarte sind wir nun seit zwei Jahren sehr glücklich über die Kooperation mit dem Universal­museum Joanneum. Ein Ausflug ins Museum ist für sich schon etwas Faszinierendes – dürfen die Besucher dann auch noch von den regionalen Leckerbissen und kulinarischen Spezialitäten probieren, wird für sie damit auch die GenussHauptstadt Graz in ihrer Vielfalt erlebbar.”

Dem Brot auf der Spur im Jagd- und Landwirtschaftsmuseum im Schloss Stainz.
Foto: N. Lackner

Kochen wie Asterix

Das Archäologiemuseum im Schloss Eggenberg zeigt mehr als 1.200 Objekte, die vom Leben und Alltag der Menschen in der Antike zeugen. Höhepunkte und Publikumsmagneten der Dauerausstellung auf 600 Quadratmetern sind Objekte wie der Kultwagen von Strettweg oder die Maske von Kleinklein, aber auch der wertvollste römerzeitliche Fund aus der Steiermark, der Silberbecher von Grünau. Die Römersteinsammlung am Universalmuseum Joanneum ist nicht nur die größte, sondern auch die bedeutendste des gesamten Ostalpenraumes. Während der Genussreise ins Archäologiemuseum erfahren die Besucher was, wie und in welchem Ambiente die alten Römer, Griechen und Kelten gegessen haben. Was sich in tausenden von Jahren verändert hat und was geblieben ist. Im Anschluss an die Führung durch das Museum werden typische altrömische Gerichte am offenen Feuer unter freiem Himmel zubereitet. Die Gerichte klingen nach Lateinunterricht oder Asterixcomics, die Zutaten erinnern an einen Urlaub am Mittelmeer. Moretum ist ein Aufstrich aus Käse und Kräutern, Epityrum eine Olivenpaste, Puls Fabata ein Bohneneintopf. Dazu gibt es Conditum Paradoxum, Würzwein nach römischer Rezeptur, Fladenbrot und gefüllte Datteln nach Apicius. Lebende und schmucke Kulisse bei diesem antiken Mahl sind die blau schimmernden Pfaue, die in der barocken Schlossanlage leben. Schon die Römer schätzten die eleganten Vögel als nützliche und hübsche Haustiere.

Küchengeheimnisse der Alten Römer: Archäologiemuseum Schloss Eggenberg, Eggenberger Allee 90, Termine: 17.5., 28.6., 19.7., 23.8., 13.9.2019, 15.30 Uhr, Preis: € 38,00 (Kinder bis 14 Jahre € 25), Buchung & Information: Graz Tourismus Information, Tel. 0316 807 50

Küchengeheimnisse der Alten Römer im Archäologiemuseum Schloss Eggenberg.
Foto: UMJ

Die eiserne Ration im Landeszeughaus

Hungrige Soldaten kämpfen schlecht. Wer Kriege führen und Schlachten gewinnen wollte, musste sein Heer nicht nur dementsprechend verköstigen, sondern sich auch Gedanken über Versorgungs­linien und Konservierung der Lebensmittel machen. Militärische Kost sollte sich nicht nur lange halten, schnell zubereitet sein und möglichst viel Energie spenden, auch der Weitertransport und die Haltbarkeit spielten dabei eine große Rolle. Das stellte nicht nur Köche, sondern auch Designer vor Herausforderungen. Kastenförmiges Kommissbrot konnte platzsparend gebacken und gelagert werden. Militärschokolade hielt die Soldaten unterwegs wach, machte satt und wird im Süßigkeitenregal in Originalverpackung immer noch angeboten. Auch der Begriff „eiserne Ration”, als letzter Notvorrat, hat seine Wurzeln in der Militärküche. Das Landeszeughaus gilt als die größte erhaltene historische Waffenkammer der Welt. Die Sammlung umfasst Rüstungen und Waffen aus der Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Bei der Genussreise im Landeszeughaus wird die Geschichte der militärischen Verpflegung vom Altertum bis in die Gegenwart behandelt und verkostet. Richtig satt werden kann man anschließend bei einem Drei-Gänge-Menü im benachbarten Landhauskeller.

Wie die Verpflegung, so die Bewegung: Landeszeughaus Graz, Herrengasse 16, Termine: 3.5., 7.6., 5.7., 2.8., 6.9., 4.10. 2019, 15.30 Uhr, Preis: € 38 (Kinder bis 14 Jahre € 25), Buchung & Information: Graz Tourismus Information, ­Tel. 0316 807 50

Projektleiterin der GenussHauptstadt Graz: Waltraud Hutter.
Foto: Sissi Furgler

Der gedeckte Tisch

„Tischlein deck dich“ ist der Titel eines Hausmärchens der Brüder Grimm und märchenhaft schön sind auch die Exponate im Schaudepot des Museums für Geschichte. Tableware aus längst vergangenen Zeiten, kostbare Gläser, Pokale, Krüge und Tassen erzählen hier die Geschichte der Esskultur in der Steiermark. Traditionelles Kunsthandwerk und die neuen Möglichkeiten der Industrialisierung in der Gründerzeit hinterließen ihre Spuren auch an den Frühstücks- und Mittagstischen der Steirer. Die Genussreise im Museum der Geschichte erzählt auch vom Weinanbau in der Steiermark, mittelalterlichen Essgewohnheiten, von Kaffee- und Kakaogenuss und den dazu passenden Gefäßen. Nach dem Ausflug ins Besteck- und Geschirr-Universum wartet ein Drei-Gänge-Menü im Restaurant dreizehn by Gauster auf die Besucher.

Tischlein deck dich: Museum für Geschichte, Sackstraße 16, Termine: 27.4., 25.5., 29.6., 27.7., 31.8., 28.9., 19.10.2019 , 16 Uhr, Preis: € 38 (Kinder bis 14 Jahre € 25), Buchung & Information: Graz Tourismus Information, Tel. 0316 807 50

Brot und spielerisches Lernen in Stainz

Wissenshungrige und tatkräftige Museumsbesucher jüngerer Natur nimmt das Landwirtschaftsmuseum in Stainz mit auf seine interaktive Genussreise. In Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren wird hier gezeigt, wie Brotteig hergestellt und geknetet wird, warum er rasten muss und wie das Brot anschließend im Holzofen gebacken wird. Während der Teig treibt, wird die eigene Butter angerührt, abgeschmeckt und mit Kräutern aus dem Stainzer Schlossgarten verfeinert. Die Dauerausstellung im Stainzer Landwirtschaftsmuseum zeigt eine große Sammlung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Mehr als 18.000 Ackergeräte und originalgetreue Modelle erzählen hier von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bäuerlicher Arbeit in der Region. Der fortschrittliche Reformator Erzherzog Johann legte den Grundstein für die Sammlung und wurde 1850 auch zum Bürgermeister von Stainz gewählt. Eltern und Aufsichtspersonen können während der Kinderworkshops eine Führung der Sonderausstellung Erzherzog Johann. Die Welt des steirischen Eisens besuchen. Anschließend wird das händisch erzeugte Butterbrot des Nachwuchses gemeinsam verkostet.

Dem Brot auf der Spur …: Jagdmuseum und ­Landwirtschaftsmuseum, Schloss Stainz, Schlossplatz 1, 8510 Stainz, Termine: 25.5., 29.6., 27.7.,
13.45 bis 17 Uhr, Preis: € 12 (Kinder bis 14 Jahre € 5,50, Knax-Club-Mitglieder € 4),
Buchung & Information: Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz,
Tel. 03463 27 72 16

 

Noch mehr Kultur & Genuss in Graz

BÜHNEN GRAZ GOURMET

3-gängiges Menü inkl. Aperitif und Gedeck in einem der zehn Partnerlokale, Oper oder Schauspielhaus Graz, Spielzeit bis 2020, 17.30–19.30 Uhr oder ab 21.30 Uhr, Preis: € 34 pro Person, Buchung: www.gourmet.buehnen-graz.com, Tel. 0316 8000

Menügenuss vor oder nach der Vorstellung

Kitchen 12
Kaiser-Josef-Platz 3, 8010 Graz (ab Vorreservierung von 8 Personen)
Restaurant Eckstein
Mehlplatz 3, 8010 Graz

Menügenuss vor der Vorstellung

Aiola upstairs
Schlossberg 2, 8010 Graz
Dreizehn by gauster
Franziskanerplatz 13, 8010 Graz
Landhauskeller
Schmiedgasse 9, 8010 Graz
Restaurant Cuisino im Casino Graz
Landhausgasse 10, 8010 Graz
Restaurant Schlossberg
Am Schlossberg 7, 8010 Graz
Stainzerbauer
Bürgergasse 4, 8010 Graz
Genießerei am Markt
Kaiser-Josef-Platz 27/29, 8010 Graz Café Promenade
Erzherzog-Johann-Allee 1, 8010 Graz

STYRIARTE

3-gängiges Menü inkl. Aperitif und Gedeck in einem der zehn Partnerlokale, 21.6.–21.7., vor oder nach dem Besuch eines styriarte-Konzerts, 17.30–19.30 Uhr oder ab 21.30 Uhr, Preis: € 34 pro Person
Buchung: styriarte Kartenbüro, Sackstraße 17
8010 Graz, tickets@styriarte.com
Tel. 0316 825000

Menügenuss vor oder nach den Konzerten

Restaurant Eckstein
Mehlplatz 3, 8010 Graz
Restaurant fest/essen
im Gartenzelt neben der Helmut List Halle

Menügenuss vor den Konzerten

Aiola upstairs
Schlossberg 2, 8010 Graz
Dreizehn by gauster
Franziskanerplatz 13, 8010 Graz
Landhauskeller
Schmiedgasse 9, 8010 Graz
Restaurant Cuisino im Casino Graz
Landhausgasse 10, 8010 Graz
Restaurant Schlossberg
Am Schlossberg 7, 8010 Graz
Stainzerbauer
Bürgergasse 4, 8010 Graz