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Theater im Keller: Herr Bolingbroke beim Zauberer

Mit Stefan Schmitzers Stück präsentiert das TiK das gelungene Ergebnis einer neuen Autorenzusammenarbeit. Und einen weiteren Stein im Gebäude der Klassikneudeutungen. Ein Theatererlebnis, das verzaubert.

Text: Bettina Leitner

Am 13. Februar öffnet das Theater im Keller seine Türen für die Premiere von Herr Bolingbroke beim Zauberer, ein weiteres Stück der beliebten TiK-Reihe „Classics in the basement“. In dieser Neuschaffung bzw. Neuinterpretation von Stefan Schmitzer, der aus zahlreichen Publikationen und Performances bekannt ist, unter anderem aus Potpurri mit Zombies oder Sehnsucht und Revolution / Wie im echten Leben, wird eine schief sitzende Allegorie des Rechtspopulismus thematisiert, die sich an Shakespeares Richard II an-
lehnt. Dabei wurde Shakespeares Grundlage sprachlich und auch handlungsmäßig zum Teil völlig neu eingerichtet, denn „Shakespeare zeigt uns auch nicht die wirtschaftlichen Interessen, die Bolingbrokes Beliebtheit ,im Volk‘ erklären; er führt uns aber immerhin die Ideologie-Sprechblasen zum Thema Königsherrschaft und Gottesgnadentum, wie sie für die beiden gleichermaßen mörderischen Gegenspieler, Henry und Richard, absondern, auch als tatsächlich ideologischen Bullshit vor“, so der Autor Stefan Schmitzer ironisch.

Vom Erklärbären

Dieses Stück ist „ein Spiel über Henry Bolingbrokes Verbannung und Heimkehr; über den ,Zauber‘, der nacktes Interesse in Ideologien und Ideale verwandelt; über den Hokuspokus, der die Gedanken der Herrschenden zu herrschenden Gedanken macht“, kündigt Schmitzer an. Dabei planen ein fahrender Ritter und ein Magier intrigant ihre Machtübernahme in England. Neben dem Zauberer wird auch Herr Bolingbroke zu sehen sein und auch der Erklärbär wird auftreten. Eingeflochten in das Gerüst Shakespeares sind stets die kreativen Gedanken und Ideen des Autors zu erkennen und so betont Regisseur ­Alexander Kropsch, dass „auch hier wieder die Zusammenarbeit mit dem Autor ein sehr spannender Prozess ist, in dem es darum ging, der durchaus komplexen Gedankenwelt desselbigen auf die Spur zu kommen und sie so aufzuarbeiten, dass sowohl er als auch das Publikum sich darin wiederfinden können“.

Stefan Schmitzer

Was für ein Kasperltheater!

Auch wenn ein sehr ernster Hintergrund das Fundament dieses Stückes bildet, so werden die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes durch die großartige Umsetzung und die anregende Inszenierung verzaubert werden. „Dass die Form des Stückes, vor allem der Figuren, dem Kasperltheater sehr nahe ist, habe ich von Anfang an als Herausforderung gesehen, eben nicht darauf herabzuschauen, sondern, was Bühne und Ausstattung anbelangt, mit viel Liebe zum Detail vorzugehen. Das Publikum soll etwas zum Schauen haben, und, soweit das heute im Theater noch möglich ist, sich auf den Zauber einlassen können“, wünscht sich Kropsch. Die Zuschauer erwartet also ein schillernder Thea­terabend mit hohem Potenzial zum Staunen und einem zauberhaften Ausgang.

Premiere: Mi, 13. Februar 2019, 20 Uhr

Weitere Termine: Fr, 15.2., Sa, 16.2., Do, 21.2., Fr, 22.2., Sa, 23.2., Do, 28.2., Fr, 1.3., Sa, 2.3., Do, 7.3., Fr, 8.3., Sa, 9.3., Mi, 13.3., Do, 14.3. und Fr, 15.3.2019, jeweils 20 Uhr

Regie: Alexander Kropsch / Mit: Isabella Albrecht, Markus-Peter Gössler und Christian Krall / Musik: Markus-Peter Gössler

Tickets unter: 0664 973 31 84 oder auf www.tik-graz.at