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Atelier Gressl: Schmuckstücke mit Geschichte

Foto: Werner Krug

Gressl-Unikate glänzen durch ihr harmonisches Zusammenspiel klassischer Schönheit, innovativer Materialien und seltener Edelsteine wie dem gelben Saphir Pukhraj – dem Stein der Weisheit. Jedes Schmuckstück erzählt seine eigene Geschichte und die des Trägers.

Text: Natalie Resch

In alten Zeiten lebte in Indien, Land der Edelsteine, ein wunderschönes Mädchen mit glänzend schwarzen Haaren und mandelförmigen Augen, blau wie der Himmel. Ihre Schönheit war so anziehend, dass viele Verehrer sie begehrten und um ihre Hand anhielten. Ihr Herz schlug aber für einen jungen Prinzen, der sich nicht entscheiden konnte, sie zu heiraten. Die Unentschlossenheit machte die Prinzessin traurig und als Trost schenkte ihr der Vater einen Ring mit einem besonderen Stein, der im Licht des indischen Nachmittags wie die Sonne strahlte. Goldgelb wie Honig an einem warmen Sommertag war er. ­Pukhraj – Stein der Weisheit – ­nannten die alten Inder den gelben Saphir, der von einer außergewöhnlichen Brillanz ist. Es heißt, der Pukhraj schütze seine Träger, schenke Weisheit, Reichtum und Familienglück. Wünsche gingen in Erfüllung – so wie jener der schönen Prinzessin. Als der Prinz den gelben Saphir an der zarten Hand seiner Geliebten sah und liebevoll ihre Hand küsste, verflog sein Zweifel wie durch einen Zauber und er stimmte der langersehnten Hochzeit freudvoll zu.

Märchenhaftes Atelier der Sonderwünsche

Wer das Atelier in der ­Stempfergasse mit dem Fokus auf handgefertigte Schmuckstücke betritt, findet sich in der glänzenden Welt von Goldschmiedin Barbara Gressl. Auf der Suche nach Besonderem finden Kunden hier nicht nur den sagenumwobenen goldgelben Saphir. Barbara Gressl hat ihre eigene Formsprache entwickelt, „die schwer kopierbar ist, weil es eher auffällige Unikate sind“, erzählt Elisabeth Gressl, die Schwester der Goldschmiedin stolz. Die Jazzmusikerin ist seit 2009 die Kommunikationschefin des Familienbetriebs. „Wir sind in der glänzenden Welt unserer Eltern aufgewachsen, die schon im Köflach der 60er- Jahre ein Juwelierfachgeschäft hatten.“ Barbara Gressl ist Gold- und Silberschmiedin und als ­Diamant- und Edelsteinfachberaterin immer auf der Suche nach wahren Schätzen. In Fachkreisen gilt sie als Expertin für die japanische ­Kasumigaura-Perle, die sich durch ihren metallischen Glanz auszeichnet, der sich zart über ihr natürliches Rosa und Apricot legt. Europaweit ist sie eine der wenigen, welche die seltene Fidschi-­Perle verarbeiten darf. Tradition und Handwerk übersetzt Barbara Gressl ins Heute. Die Auszeichnung einer Fachjury als Top-100-Juwelier im deutschsprachigen Raum bestätigt die qualitätsvolle Arbeit des Ateliers.

Barbara Gressl
Foto: Werner Krug

Achtsamer Umgang mit Wertvollem & der richtige Schliff

Durch die Edelstein-Kompetenz ­Barbara Gressls finden Kunden Edelsteine und (Natur-)­Materialien, die man sonst in der Schmuck­welt selten findet: Smaragd, Tsavorith (grüner Granat), Turmalin (klassisch rosa oder grün, im Atelier wird die seltene Variante in Türkis geboten). Den letzten Schliff verleiht eben der richtige Schliff. Der Buff Top Cut erzeugt die extravaganten Formen, ähnlich einer Lippe. Beim Spirit Sun Cut wird von der Mitte des Edelsteines ausgehend sein ganzer Facettenreichtum sichtbar. In ihrer aktuellen Kollektion zeigt die Goldschmiedin unterschiedlichste Kombinationen mit dem facettenreichen Farbspiel der Koralle. So wird die seltene blutrote Sardegna-­Koralle mit kontrastreichen schwarzen ­Brillanten kombiniert oder die zart ­lachs-schimmernde Momo-­Koralle mit pinkem ­Rubellit in Szene gesetzt.

Nischen abseits des klassischen Kommerz …

… suchen die beiden Gressl-Schwestern. Unverwechselbare Schmuckstücke, die den Charakter der Träger auszeichnen und ihre Geschichte(n) erzählen – danach suche das selbstbewusste Klientel, so Elisabeth Gressl. Unverwechselbare Marken, die abseits von Modeerscheinungen Bestand haben und Werte vermitteln. Die persönliche Begegnung zwischen Designerin Barbara und Kunden sei der Schlüssel zum Erfolg und die hohe Anzahl an Stammkunden. Manche Kunden würde sie vom Taufgeschenk über den Verlobungsring bis zur Morgengabe mit Schmuck einkleiden. „Manchmal sind wir auch Psychologinnen, wenn Kunden mit uns ihre persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse teilen und wir diese für sie in Schmuckstücke übersetzen dürfen“, erzählt Elisabeth Gressl mit einem Lächeln und einem Glänzen in den Augen. Es seien so viel tief berührende Geschichten. Manchmal auch traurige. Menschen mit prägenden Schicksalen, die den alten Schmuck ihrer Ahnen ins Hier und Jetzt übersetzen möchten. Oder dem Ehering durch eine Neuinterpretation einen neuen Stellenwert zu verleihen wünschen. In langen Gesprächen über die eigenen Vorstellungen und die gestalterisch-kreativen Möglichkeiten werden die Form und das Material des Wunschprodukts ausgelotet. Das passiert auch immer wieder außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten und außerhalb des Ateliers. „Das Zuhause einer Kundin vermittelt uns einen guten Einblick in ihre Persönlichkeit. Das Wesen ist dann für uns leichter in das Schmuckstück zu transferieren“, erzählt Elisabeth, und Barbara ergänzt: „Meine Arbeit ist nicht mehr auf die Goldschmiede reduziert, auf Edelmetall. Wir stecken in die Einzelstücke so viel Herz, dass sie zu einem Gesamtkunstwerk mit Persönlichkeit werden.“

Weißgold-Ring mit einem Aquamarin
Foto: Werner Krug

Leidenschaft in jeder Hinsicht

Der Klassiker Verlobungsring habe in Österreich noch Erklärungsbedarf. Im Gegensatz zu den USA, wo er rund Monatsgehälter kostet. Für die Schwestern hat dieser Ring eine ganz besondere Bedeutung. „Wir wollen mit unseren Exemplaren die ganz persönliche Geschichte des Paares erzählen. Das Besondere in den Fokus stellen und verkaufen daher gern den gelben Saphir – für uns das Strahlen der Sonne“, betont die Goldschmiedin. Es ist die Leidenschaft für das, was sie tut. Ihre Überzeugung und die Auseinandersetzung mit Edelsteinen, Menschen und ihren Geschichten über das Alltagsgeschäft hinaus. So laden die beiden Schwestern am 25. November zur Kollektionspräsentation von Barbara in die Barockräume des Schloss Piber. Von 10 bis 16 Uhr zeigt die Goldschmiedin ihre handgefertigten Schmuckstücke. Musikalisch umrahmt wird das weihnachtliche Come-together mit Jazzklängen von Elisabeth Gressl & ihrer Band BIXBEAT.

Gelbgold-Ohrschmuck mit fossiler Koralle und sonnengelben Südsee-Perlen
Foto: Werner Krug

www.gressl.com