In ihrem Abonnementprogramm öffnet die KUG einen neuen, faireren Blick auf die Musikgeschichte: In jedem Konzert wird zumindest ein Werk einer Komponistin gespielt. Bei „Nachtklänge“ am 28. April ist Amy Beach zu entdecken. Ein Kurzporträt.
Als Wunderkind auf die Welt zu kommen ist das eine, das andere, auch als solches erkannt zu werden. Amy Cheney hatte das Glück, dass ihre außergewöhnlichen Begabungen von Anfang an gefördert wurden. Als ihre erste Klavierlehrerin unterstützte Mutter Cheney die musikalische Entwicklung des Mädchens, später hatte Amy prominente Lehrer – und mit 16 ihr erstes Konzert. Doch der Fabrikantentochter war das nicht genug. Mit drei soll sie sich selbst das Lesen beigebracht haben, später dann das Komponieren. Wenn nicht zu ihrem, so zum Glück der Nachwelt heiratete sie mit 18 den mehr als doppelt so alten Arzt und Harvard-Lehrenden Henry Harris Aubrey Beach. Für ihre Karriere als Pianistin war das nicht förderlich, da Mr. Beach ihre Konzerttätigkeit radikal beschränkte: auf einen karitativen Auftritt im Jahr. Doch so konnte sich Amy aufs Komponieren konzentrieren. In ihrem insgesamt rund 300 Werke starkem Œuvre finden sich eine Oper und die Gaelic Symphony, die erste Sinfonie aus der Feder einer amerikanischen Komponistin. Veröffentlichen durfte sie allerdings nur als Mrs. H.H.A. Beach, sprich: mit den Initialen ihres Mannes. Als dieser 1910 verstarb, war sie 43 und hatte noch 34 Jahre zu leben. Und die nutzte Amy Beach: Sie ging auf Konzertreise, brillierte mit eigenen Werken. Beach setzte sich zudem für das Frauenwahlrecht ein, das in den USA 1920 erfolgreich erstritten wurde. Im selben Jahr gründete sie mit Gleichgesinnten die „Association of American Women Composers“. Auch andere Musikerinnen sollte das Glück erreichen, gefördert und gehört zu werden.
Nachtklänge
Amy Beach: The Sea-Fairies op. 59 (1904) / Claude Debussy: Trois Nocturnes (1900) / Felix Mendelssohn-Bartholdy: Ein Sommernachtstraum op. 21 & Teile aus op. 61
Soli: Studierende nach Auswahlsingen
Rezitation: Schauspielstudierende
Orchester der KUG
Chorleitung: Benjamin Lack
Dirigentin: Claire Levacher
Di, 28.4.2026, 19.30 Uhr
Grazer Congress, Stefaniensaal













