
Regisseur Jakab Tarnóczi adaptiert für des Schauspielhaus Graz eine Novelle von Marlen Haushofer.
Nach Rutherford & Sohn in der Spielzeit 2024/25 (nominiert für den Nestroy-Theaterpreis als Bester Nachwuchs für Autor*in, Kostüm, Regie & Video) inszeniert der in einer kleinen Stadt in Nordungarn aufgewachsene Regisseur Jakab Tarnóczi mit Wir töten Stella aus der Feder der österreichischen Autorin Marlen Haushofer nun das zweite Mal am Schauspielhaus Graz. Das Stück beginnt friedlich. Eine Frau steht am Fenster und denkt nach – über sich, über ihre Familie und vor allem über die Ursachen eines tragischen Vorfalls, der die bis dahin sorgfältig gehütete Ruhe und Ordnung ihres Lebens für immer zerstört hat. Während nach außen alles weiter seinen gewohnten Gang geht, versucht Anna, sich Aufschluss darüber zu geben, was passiert ist.

Doch was war geschehen?
Alles begann damit, dass eine Freundin der Protagonistin Anna die 19-jährige Stella als Pflegetochter anvertraut hat. Mit krimiartiger Spannung rollt sich vor dem inneren Auge der Erzählerin das Geschehene noch einmal ab, während sie sich die große Frage nach Schuld und Verantwortung stellt. Ihre im Sprechen sich erbarmungslos wiederholende Selbstbezichtigung wirft allerdings die Frage auf, wie zuverlässig dieses Erzählen und diese Erzählerin selbst sind. Gibt es vielleicht eine Geschichte hinter der Geschichte, in der sich die Dinge in einer anderen Wahrheit zeigen?
Tarnóczi adaptiert Haushofer
Jakab Tarnóczi interessiert sich als Regisseur und Autor für diesen Möglichkeitsraum, der sich in Haushofers Novelle, wie auch in ihrem gesamten Schreiben immer aufmacht. Der mehrfach preisgekrönte Regiesseur studierte in Budapest Bühnenregie mit dem Schwerpunkt Musiktheater und ist seit 2020 Mitglied des künstlerischen Leitungsteams des Katona József Theaters in Budapest. Marlen Haushofer zählt zu den bedeutendsten österreichischen Autorinnen, deren literarischer Rang trotz regelmäßiger Wiederentdeckungen ihres Werks noch immer weitgehend unterschätzt wird. Deshalb holt das Schauspielhaus Graz sie im Rahmen der erfolgreich etablierten Programmlinie der Kanonerweiterung und -verstetigung in einer eigens verfassten Theateradaption auf die große Bühne.

Foto: Clara Wildberger
Premiere: 6. Februar, 19.30 Uhr
Weitere bereits geplante Vorstellungen: 25. Februar, 5., 11., 13., 21., & 24. März, 19.30 Uhr und 22. März, 15 Uhr
Schauspielhaus Graz
Hofgasse 11, 8010 Graz
www.schauspielhaus-graz.com












