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Liebe, Tod und Feminismus

Maria Pommer und Constanze Rebhandl (re.) Foto: Alice Müller

KUG-Absolventinnen Maria Pommer und Constanze Rebhandl begehren in ihrer Performance „Lächel Mal“ mit Live-Musik gegen das Patriarchat auf.

Sechs Stunden im Auto. Sechs Stunden still auf der Rückbank sitzen, während Mama und Papa das Fahrzeug Richtung Urlaub steuern. Wer kann das schon? Aber so lang dauert es nun mal vom Südosten Österreichs ans Meer. Für Kinder ist das oft deutlich zu lang. Spätestens zur Halbzeit täuschen sie Übelkeit vor oder verleihen mehr oder weniger gewaltvoll ihrem Bewegungsdrang Ausdruck. Constanze Rebhandl hatte da als Kind eine andere Strategie: Sie sang.

Was die Mitreisenden davon hielten, ist nicht überliefert. Rebhandl scheint es gefallen zu haben. Sie singt bis heute. An der KUG belegte sie Schulmusik: das musikpädagogische Studium, das auf den Unterricht am Gymnasium oder an anderen AHS-Formen vorbereitet. Ihr zweites Fach ist Ethik. Sie arbeitet auch bereits an der Schule. Und zwar als Sexualpädagogin. Diese Tätigkeit und damit verbundene Themenfelder könnten Inspiration für ihre Abschlussarbeit im Bereich Schulmusik gewesen sein.

Diese Abschlussarbeit gestaltete sie gemeinsam mit Maria Pommer. Auch für Pommer ist Gesang ein zentrales Ausdrucksmittel. Zum Beispiel in ihrer Band Living Vintage. Das in der Steiermark gegründete Quintett bewegt sich zwischen Funk, Soul, Hip-Hop- und Blues-Elementen, hüllt komplexe Harmonien, ausgefuchste Melodien und tighte Grooves in ein modernes Popmusik-Gewand. Die Karriere als Frontfrau der Formation stützt Pommer mit Gesangsunterricht. Zur Schulmusik fand sie nach einem Ausflug in den Jazz. Ihr Nebenfach: Inklusive Pädagogik.

Für das Gemeinschaftsprojekt haben sie ein (fast) reines Frauenensemble aus Band, Chor und Schauspielerinnen aufgebaut. Gemeinsam erzählen sie von vier Frauen, die gegen Erwartungen und Grenzen einer patriarchalen Welt kämpfen. Die Performance zeigt persönliche Geschichten, stille Momente und laute Konflikte. Trigger Warning: Es gibt (sexualisierte) Gewalt, Nacktheit, Tod und Stroboskop. Und es gibt eine klare Botschaft: „Wir müssen alle Feministinnen sein! Im Feminismus geht es nämlich um Gleichberechtigung. Punkt. Aus. Ende.“   

Lächel Mal
Performance mit Live-Musik
Künstlerische Gesamtleitung: Maria Pommer und Constanze Rebhandl
Projektbetreuung: Aurelia Staub-Latzer, Ines Dominik Reiger, Lorenz Kabas, Ulrike Tropper-Hernach

Do, 12.3.2026, 18 Uhr
MUMUTH, György-Ligeti-Saal