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Weinland Steiermark: Der Jahrgang 2019 – fruchtbetont steirisch!

Der steirische Wein steht für ein Lebensgefühl – auch ab Hof und online erhältlich. Foto: Hubert Uranjek

Seit Mitte Mai ist es wieder einfacher, Wein direkt ab Hof zu beziehen und in den Buschenschänken zu genießen. „Achtzig“ nahm den aktuellen Jahrgang unter die Lupe.

Text: Stefan Zavernik

Die Coronakrise ist eine wahre Durststrecke. Nicht zuletzt für alle jene, die sich auf die Jahrgangspräsentation des steirischen Weins gefreut haben. Der Event in der Grazer Stadthalle hat mittlerweile Tradition und spricht nicht nur überzeugte Weinkenner, sondern Interessierte aller Altersgruppen an. Organisiert von der Wein Steiermark mit der Steiermärkischen Sparkasse als Hauptsponsor, wurde die Mutter aller steirischen Weinverkostungen zu einem regelrechten Kultur-Event mit gesellschaftlichem Anspruch. Doch in diesem Jahr mussten die heimischen Winzer andere Wege finden, um ihren neuen Jahrgang zu präsentieren. Die Jahrgangspräsentation musste wie auch alle anderen Veranstaltungen im Zuge der Coronakrise abgesagt werden. Aus diesem Grund reagierten Weingüter aus allen drei steirischen DAC-Gebieten und wanderten mit ihrem Angebot in den digitalen Raum, präsentierten ihre Weine über Websites und Online-Shops. Wer interessiert war, nutzte die Möglichkeit, um sich zu informieren, und ließ sich seine Weinlieferung als Paket zusenden. Doch nun, seit Mitte Mai, gibt es steirische Weinkultur endlich wieder in der Realität zu erleben. Ab Hof zu kaufen, seine Lieblingsweingüter im Rahmen eines Ausfluges zu besuchen, vor Ort zu verkosten und anschließend einen Buschenschank anzusteuern wird in diesem Sommer viel Freude bereiten. Denn der aktuelle Jahrgang verspricht genau das, was die Steiermark als Weinland groß gemacht hat.

Das DAC-Herkunftssystem unterteilt das Weinland Steiermark in drei wesentliche Weinbaugebiete: in die Südsteiermark, die Weststeiermark und das Vulkanland.
Foto: Hubert Uranjek

Der Jahrgang 2019

Der aktuelle Jahrgang ist klassisch steirisch geworden, das lässt sich schon nach den ersten Verkostungen, ohne sich für diese Behauptung weit aus dem Fenster lehnen zu müssen, feststellen. Die Weine punkten mit frischer Säure, moderatem Alkoholgehalt und klaren Fruchtaromen. Schon in dem noch jugendlichen Reifegrad wirken sie harmonisch und deuten ihr elegantes Potenzial an, das mit etwas Lagerung zum Vorschein kommen wird. Zwei Sorten haben in diesem Jahrgang besonders profitiert. Zum einen die steirische Paradesorte schlechthin, der Sauvignon blanc. Diese Weine präsentieren sich intensiv fruchtig und in einer unglaublichen Vielfalt. Einige von ihnen sind durch grüne oder gelbe Paprika-Aromatik gekennzeichnet, sie schmecken grasig und frisch. Der Großteil des Sauvignon blancs in diesem Jahrgang punktet hingegen mit reifen, weitgehend exotischen Noten. Ihre Fruchtausprägungen gehen in die Richtung von Papaya, Mango oder Maracuja. Die würzig ausgeprägte Säurestruktur dieses Jahrgangs führt dazu, dass diese besonderen Fruchtaromen intensiviert werden. „Von Woche zu Woche im Weinkeller werden diese Weine noch an Ausdruck dazugewinnen“, ist der Geschäftsführer der Wein Steiermark, Werner Luttenberger, überzeugt. Ein weiteres großes Highlight in diesem Jahrgang ist die Sorte Gelber Muskateller. Hier gibt es leichtfüßige Weine, die mit Zitrusnoten für Trinkfreude sorgen werden. Aber auch kräftige Weine, die mit reifen Aromen nach Kräutern, Gewürznelken und Heublumen Tiefgang bieten. „Schon die ersten Verkostungen haben uns schwer beeindruckt“, so Luttenberger.

Werner Luttenberger, GF der Wein Steiermark, freut sich über den fruchtbetonten, eleganten Jahrgang 2019
Foto: Anna Stöcher

Das DAC-Herkunftssystem

Wer mehr über ein Produkt weiß, erfährt definitiv mehr Genuss. Das gilt auch für den steirischen Wein. Das neue DAC-Steiermark-Herkunftssystem zielt darauf ab, Weininteressierten bestmögliche und dabei verständliche Informationen zu vermitteln. Es gliedert die Steiermark in drei wesentliche Weinbaugebiete: in die Südsteiermark, die Weststeiermark und das Vulkanland Steiermark. Darüber hinaus umfasst es drei unterschiedliche Qualitätsstufen, die pyramidenförmig zueinander in Beziehung treten und die Herkunft der Weine mit unterschiedlich scharfem Fokus zum Ausdruck bringen. Die Gebietsweine stehen für die breiteste Stufe der DAC-Herkunftspyramide – für junge, frische und primärfruchtige Weine. Hier können die Winzer Traubenmaterial aus dem gesamten Weinbaugebiet verwenden, miteinander kombinieren und so die klassischen Merkmale des steirischen Weins hervorbringen. Zumeist werden diese Weine im Stahltank ausgebaut und von Liebhabern aufgrund ihrer Jugendlichkeit geschätzt. Auf die Gebietsweine folgen die Ortsweine. Hinter ihnen steht die Idee, die Unterschiede der jeweiligen Gemeinden und Anbaugegenden engmaschig zum Ausdruck zu bringen. Handelt es sich etwa um einen DAC-Ortswein Gamlitz, darf der Winzer das Traubenmaterial nur aus Weingärten dieser einen Gemeinde verwenden. Der Geschmack des Ortes wird so in den Vordergrund gespielt. Die Spitze der DAC-Pyramide bilden die Riedenweine, im Mittelpunkt stehen hier einzelne Weingärten und ihre Lagen. Jede von ihnen ist einzigartig und bietet dem Winzer einen eigenen Mikrokosmos, was Terroir, Lage und Klima betrifft. Man könnte sagen, jede Riede besitzt eine eigene Persönlichkeit, und es liegt am Winzer, diese so unverfälscht wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Wem dieses Kunststück gelingt, wird einen großen Wein hervorbringen.

Winzer Michael Kratzer erzielte mit seinem Sauvignon blanc Südsteiermark DAC-Ried Kittenberg eine Topplatzierung beim Concours Mondial du Sauvignon

Das Beste vom Besten: Riedenweine

Lange Zeit war die Steiermark in erster Linie für ihre leichten, trockenen Weine bekannt. Seit einigen Jahren hat sich ein weiteres Aushängeschild etabliert: sogenannte Riedenweine. Sie stehen oftmals für das Beste, was ein Weingut zu bieten hat, und bringen das zum Ausdruck, was die Steiermark in der internationalen Weinwelt so erfolgreich werden hat lassen – Terroir, Klima und Handarbeit. Speziell mit dem Sauvignon blanc haben steirische Winzer schon seit geraumer Zeit zur Weltelite aufgeschlossen. Jahr für Jahr erzielen heimische Sauvignon blancs etwa beim international anerkannten Weinwettbewerb Concours Mondial du Sauvignon tolle Ergebnisse. Heuer fand die Verkostung vom 5. bis 7. März 2020 in Touraine, im französischen Loiretal statt. Die Ergebnisse wurden am 16. März veröffentlicht. Über 1.110 Weine aus 24 Erzeugerländern wurden von den 65 Juroren aus der ganzen Welt – Journalisten, Weineinkäufern, Winzern und Produzenten – verkostet. Der elfte Concours Mondial du Sauvignon endete mit gesamt 134 Gold- und 197 Silbermedaillen, vergeben an Sauvignons aus 15 Ländern rund um den Globus. Stolze 39 Medaillen davon ergingen an steirische Winzer. Österreich schaffte es, direkt nach Frankreich, mit 40 Medaillen
(18 × Gold und 22 × Silber) auf den 2. Platz im Länderranking. Zu den besonderen Gewinnern zählt das Weingut Kratzer aus der Südsteiermark. In der Kategorie Revelation Sauvignon aus Österreich erzielte Michael Kratzer mit seinem 2018 Sauvignon blanc Südsteiermark DAC-Ried Kittenberg eine der 8 Offenbarungstrophäen. Neben den Medaillen vergibt das internationale Gremium 8 Revelation-Trophäen an Weine, welche die höchsten Punktzahlen erzielen. Durch die Weingüter Reinhard Muster im Jahr 2016, Walter Skoff im Jahr 2017, Mario Weber (Weingut Kodolitsch) und Ewald Zweytick im Jahr 2018 und das Weingut Dreisiebner Stammhaus im Jahr 2019 erreichte die Steiermark insgesamt fünf
Titel in Folge!

Mehr Infos zum steirischen Wein unter www.steiermark.wine