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Bad Gleichenberg: Geschichten aus einer sanfthügeligen Kulturlandschaft

Die sanften Hügel der Region im winterlichen Kleid hier rund um St. Peter am Ottersbach. Foto: Josef Pail

Die südoststeirische Genussregion Bad Gleichenberg hat sich zu einem Kultur-Hotspot entwickelt, in dem heuer erstmals Folke ­Tegetthoffs Erzählkunstfestival Station machte.

„Diesen Erdenwinkel liebe ich“, notierte ­Peter Rosegger 1906, als er den Reizen der Region um Bad Gleichenberg erlag. Die idyllische Region, eingebettet in die hügelige Landschaft im Herzen des Vulkanlandes, steht für Ruhe und Entspannung im Einklang mit der Natur. Von besagter Natur in diesem klimatisch begünstigten Landstrich überzeugt man sich am besten auf den zahlreichen Wanderwegen, die von den Gemeinden Bad Gleichenberg, Gnas, Kapfenstein, St. Peter am Ottersbach und Straden über sanfte Hügel und herrliche Aussichtspunkte, durch prächtige Mischwälder und üppige Wein- und Obstgärten führen. Wer es sportlicher mag, dem bieten sich hier, wo vor 15 Millionen Jahren Vulkane tobten, die der fruchtbaren Landschaft ihren charakteristischen Schliff gaben, über 3.000 km Radwege in alle Himmelsrichtungen. Bei der Orientierung helfen Rad-Guides, GPS und Infostellen.

Die herbstliche Region Bad Gleichenberg.

Heimat des Genusses

Kulinarik und Wein wurden zu lukullischen Aushängeschildern. Davon zeugen etwa die am höchsten dekorierten Haubenköche der Steiermark: Harald Irka von der Saziani Stub’n und Richard Rauch vom Steirawirt. Ihre vielfach ausgezeichneten Gourmetrestaurants treffen auf zahlreiche steirische Gasthäuser und klassische Buschenschänken. Das zum besten Gutsheurigen der Steiermark ausgezeichnete Genussgut Krispel ist ein weiteres Highlight, wenn es darum geht die Region kulinarisch auszukosten. Beim Wein ist die Region Teil des Herkunftsgebietes Vulkandland Steiermark DAC. Gleich drei STK-Winzer sind hier zu finden, zwei davon in Straden. Christoph Neumeister, der vom Wein- und Gourmetmagazin Falstaff ausgezeichnete „Österreichische Winzer des Jahres 2019“. Und Walter Frauwallner, dessen Weingut in den Jahren 2017 und 2018 zum steirischen „Weingut des Jahres“ gewählt wurde. Auf Schloss Kapfenstein führt Georg Winkler-­Hermaden mit seiner Familie das Weingut, sein Rotwein Olivin hat in der Steiermark längst Kultstatus. In der Gemeinde Straden reüssiert man unter anderem mit der traditionellen Sorte Grauburgunder, der sich auch ein eigener Verein verschrieben hat, welcher jedes Jahr Ende Juni zum stimmigen Grauburgunderfest lädt.

Eine Region der Lebensfreude.
Foto: Werner Krug

Hochklassig auch in der Kunst

Das Kulturangebot der Region hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt und ist heute für viele Besucher eine Reise nach Bad Gleichenberg wert. Speziell die klassische Musik wurde zum Markenzeichen. Etwa durch die Konzerte der Philharmonischen Klänge. Das Kammermusik-­Festival bringt seit über zehn Jahren von März bis Juni herausragende Spitzenmusikerinnen und Musiker aus den Reihen der Wiener Philharmoniker und der Staatsoper an einzigartige Spielorte. Es ist ein Festival für alle Sinne und verknüpft kulinarische Spezialitäten der Region mit musikalischen Genüssen. Die „Künstlerbuffets“ von heimischen Spitzenköchinnen und Köchen im Anschluss an die Konzerte in Schlössern, Kirchen und Burgen haben bereits Tradition. Auch das Steirische Kammermusikfestival zaubert alle Jahre wieder magische Klänge in die Region. Eines der ganzen großen Highlights im Kulturprogramm von Bad Gleichenberg ist das im Juni stattfindende Biedermeierfest. Es schickt seine Besucher unter den prächtigen Alleen im romantischen Kurpark stets auf eine nostalgische Reise in die „gute alte Zeit“. Mit diesem Jahr erhält die Region ein neues kulturelles Glanzlicht: ein neues Erzählkunstfestival unter der Leitung von Folke und Tessa ­Tegetthoff. Von 21. bis 23. November verwandelte badgleichenbergERZÄHLT! die Region in eine Bühne. Ein erfolgreicher Vorbote war bereits die „Lange Nacht der fantastischen Geschichten“, die als Auftakt des neuen Erzählkunst-Winterfestivals im Rahmen von grazERZÄHLT im Juni im Kurpark Bad Gleichenberg stattfand.

Folke Tegetthoff
Foto: Jorj Konstantinov

Geschichtenfestival im Winter

Dem Tourismusverband ist es gemeinsam mit dem Land Steiermark gelungen, Europas größtes Festival der Geschichten als neues Winterhighlight in die Region zu bringen. „Der ehrwürdige Kurort Bad Gleichenberg ist ein Ort der Geschichte und Geschichten. Gerade hier ein Erzählfestival unter der Führung des fabelhaften Geschichtenerzählers Folke Tegetthoff stattfinden lassen zu können, erfüllt uns mit Freude und Stolz zugleich. Wir möchten Gäste aus nah und fern dazu einladen in diesem so märchenhaften, facettenreichen Ort in eine geschichtsträchtige Welt der Fantasie einzutauchen“, so Jörg Siegel, Vorsitzender des Tourismusverbandes Region Bad Gleichenberg. Neben Bad Gleichenberg wurde auch auf Schloss Kornberg, in Gnas und Straden Erzählkunst auf höchstem Niveau von außergewöhnlichen Künstlern aus 11 Nationen dargeboten.

Folke (li.) und Tessa Tegetthoff, Thomas Gußmagg und Jörg Siegel (re.)
Foto: Jory Konstantinov

Darüber hinaus erwartete das Publikum Tanz und Pantomime, musikalische Verzauberung, Theater und – wie könnte es in der Genussregion anders sein – köstliche Geschichten zum Essen und Trinken. Weiters werden bis 31. Dezember auch Tegetthoffs „Erzählende Bücher“ in der Region präsentiert. Die überdimensionalen Bücher mit kleinen Bühnen fungieren als mobile Kunstwerke, die dazu einladen, zu verweilen und sich abgespeicherte Geschichten anzuhören. „Wir fügen mit unserem Festival dem wahrlich märchenhaften Ambiente des Hügellandes rund um Bad Gleichenberg eine neue Facette hinzu: Ein Feuerwerk unterschiedlichster Geschichten, erzählt nicht in klassischen Konzertsälen, sondern an ungewöhnlichen Orten, die wir zu Erzählbühnen verzaubern“, so Festivalgründer Folke Tegetthoff.

Foto: Bernd Gruber

Einzigartiger Advent „wia’s früher wor“

Seit bereits 12 Jahren realisiert Bad Gleichenberg einen der schönsten Adventmärkte Österreichs und bietet darüber hinaus eine Reihe an vorweihnachtlichen Veranstaltungen in den Gemeinden Gnas, Kapfenstein, St. Peter und Straden. Über dem Kurpark von Bad Gleichenberg liegt stets ein ganz besonderer Zauber. Weihnachtliche Melodien erklingen, warmes Licht von Kerzen, Fackeln und Feuerschalen flackert und eine stimmungsvolle Atmosphäre erwartet die Besucher des Weihnachtsdorfs. Den Mittelpunkt bildet dabei die überlebensgroße, handgeschnitzte Holzkrippe unter dem mächtigen, alten Mammutbaum. Ganze 23 aufwendig gestaltete Figuren mit einem Gesamtgewicht von über 10 Tonnen sind in der Krippe verteilt aufgestellt. An den vier Adventsonntagen laden geschmückte Adventhütten mit sorgfältig ausgewähltem Kunsthandwerk und Selbstgemachtem aus der Region. Auch vergnügliche Pferdekutschenfahrten sind Teil des Programms, das von heimischen Trompetenklängen und Familienmusik umrahmt wird. Am 8. und 22.12. gibt es bei den Märkten außerdem ein eigenes Kinderprogramm mit großem Bastelzelt.

Der Adventmarkt im Kurpark von Bad Gleichenberg zählt zu den schönsten Österreichs.
Foto: Werner Krug

 

Adventtipps in der Region Bad Gleichenberg

Bad Gleichenberg: Große Adventmärkte im oberen Kurpark: 1., 8., 15. und 22. ­Dezember 14–18 Uhr

Gnas: Adventmärkte am 14. und 21.12. von 14–19 Uhr am Hauptplatz

Kapfenstein: Christkindlmarkt am 30.11. ab 15.30 Uhr und am 1.12. von 9–16 Uhr am Kirchplatz

St. Peter: Jeden Freitag bis Sonntag Weihnachtszauber in der 400 Jahre alten Ottersbachmühle & Adventmarkt am 14.12. ab 14 Uhr am Hauptplatz von St. Peter

Straden: Sa, 7. & 14.12. von 17–22 Uhr, So, 8. & 15.12. von 9–15 Uhr am Kirchplatz am Fuße der drei Kirchtürme, dort, wo das grüne Licht des Vulkanlandes ­seinen Ursprung hatte.

Die Adventkrippe von Bad gleichenberg unterm Mammutbaum.

www.bad-gleichenberg.at