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Wenn Theatermenschen erzählen: Meister hinter den Kulissen

Die Technik macht’s möglich: Für Die Revolution frisst ihre Kinder! ließen Christoph Steffen und sein Team einen Geländewagen zum Elektro-Jeep umbauen. Foto: Lupi Spuma

Christoph Steffen gibt den Ton an und macht auch mal das Licht aus: Als technischer Leiter des Schauspielhaus Graz hat er Bühne, Publikum und Backstage genau im Blick. 

Eine Eigenschaft, die in deinem Beruf unabdingbar ist?

Man muss das Theater mögen – und das im doppelten Sinn! Im Schauspielhaus geht’s einfach rund; da muss man sich dem Chaos mit Wonne hingeben, aber auch mal sagen können, wo’s langgeht. Sanfte Strenge und Empathie mit einer guten Portion Humor sind wohl das beste Rezept. Noch eine wichtige Zutat: Vertrauen in seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Mit über 400 Vorstellungen in der Saison ist Teamfähigkeit einfach das Um und Auf!

Scheinwerfer, Lautsprecher und jede Menge Knöpfe – dein täglich Brot?

Ganz und gar nicht! Ich sag‘ gern: Ich kann zwar nix, kenn‘ aber die richtigen Leut‘! Tatsächlich habe ich ein tolles Team, das wirklich vom Fach ist. Denen muss ich nicht sagen, wie sie Licht und Sound regulieren oder das Bühnenbild auf- und abbauen. Meine Aufgabe liegt in der Konzeption: Ich sehe als einer der Ersten die Pläne des Bühnenbilds und entscheide dann anhand dreierlei Faktoren – Zeit, Platz und Kosten –, ob wir uns das leisten können. In Team-Meetings tüfteln wir an Umsetzung und Ablauf, wobei unsere Kunst darin liegt, die Ideen der Künstlerinnen und Künstler mit möglichst geringen Einschränkungen auf die Bühne zu bringen. Wenn um 19.30 Uhr die Vorhänge hochgehen sollen, aber erst um 14 Uhr Probenschluss eines anderen Stückes ist, muss bei den Aufbauten am Nachmittag jeder Handgriff sitzen. Hinzu kommen bei mir noch Controlling sowie behördliche Abwicklungen. Und dann besuche ich auch noch mehrmals die Woche unsere Bienen.

Seit 27 Jahren bei den Bühnen Graz, seit 2009 technischer Leiter des Schauspielhauses: Christoph Steffen.
Foto: Lupi Spuma

Bienen?

Ganz recht! Das Schauspielhaus beherbergt zwei Bienenstöcke auf seinem Dach, um die ich mich gemeinsam mit unserer Assistentin Katharina kümmere.

Premierenabend: Nach 27 Jahren Bühnentechnik noch immer ein Grund zur Nervosität? 

Nervös bin ich nicht, aber freudig-angespannt! Jede Premiere ist wie ein kleiner Meilenstein: Endlich kann man dem Publikum präsentieren, woran man viele Monate mit Hirnschmalz und Herzblut gearbeitet hat.

Im Mai habt ihr mit „Pfeil der Zeit“ und „Schöne neue Welt: Familie 2.0“ die letzten beiden Premieren der Saison – ist dann erst mal Verschnaufpause?

Im Schauspielhaus ist auch im Juni noch Remmidemmi! Von 12. bis 16. Juni laden wir wieder zu unserem Dramatiker*innenfestival und mit Die Revolution frisst ihre Kinder! sind wir gleich zwei Mal auf Tour – einmal, gemeinsam mit ruhig Blut, bei den Autorentheatertagen Berlin und ein zweites Mal beim africologneFESTIVAL in Köln. Und nach der letzten Vorstellung am 6. Juli heißt’s dann „Einwintern“ für die Sommerpause mit Reinigung, Prüfung & Co. Das dauert dann auch nochmal zwei Wochen. Langweilig wird’s bei uns nie!

Reinklicken & durchschmökern: Weitere Stückempfehlungen und Theatergeschichten rund um die Bühnen Graz gibt‘s auf dem neuen BÜHNENBLOG auf www.buehnen-graz.com.