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Schöckl-Erlebnis für Groß und Klein

Foto: Lupi Spuma

Nicht nur Schwimmen, auch Wandern verschafft Abkühlung im Hochsommer. Der Schöckl bietet Spaß und Abwechslung für die ganze Familie. Barrierefreier Zugang, ebene Wanderwege und vielfältiges Erlebnisprogramm machen es möglich.

Text: Lydia Bißmann

In nur einer halben Stunde ist der Hausberg von Graz aus erreichbar und bietet mit 1.100 Metern Höhenunterschied alpine Abkühlung und Erholung an den berüchtigten Hundstagen. Um die frische Bergluft zu schnuppern und Geist und Körper mit viel frischem Sauerstoff zu versorgen, muss man aber über keine Profi-Bergausrüstung verfügen. Der Nah­erholungsraum vor den Toren der Stadt ist nicht nur schnell zu erreichen, er ist auch leicht und unkompliziert zu erkunden. Mit den Panoramagondeln der Schöckl-­Seilbahn wird die Fahrt von der Tal- zur Bergstation durch den Rundum-Ausblick auf das Grazer Bergland zum eigenen Erlebnis. Alle Gondeln haben Platz für einen Kinderwagen, einen Rollstuhl, das Fahrrad oder den Paragleitschirm. Auch Elektrorollstühle sind durch zwei speziell ausgestattete Gondeln kein Problem. Wenn man möchte, kann man sogar in sommerlichem Schuhwerk wie Flip-Flops über den barrierefreien alpinen Panoramaweg spazieren. Die Idee zum barrierefreien Wanderweg ist vor acht Jahren entstanden. Umgesetzt wurde das Projekt, das Menschen mit Behinderung, älteren Personen und Familien mit kleinen Kindern das Berg­erlebnis ermöglichen soll, in einer Kooperation der Lebenshilfe mit der Sektion Graz des österreichischen Alpenvereins, der steirischen Bauwirtschaft, der Schöckl-Seilbahn und vielen privaten Sponsoren. Treibende Kraft hinter der Realisierung waren dabei das Ehepaar Klaus und Ursula Vennemann. Der nach Schweizer Richtlinien angefertigte Weg besteht aus befestigten Forstwegen, die aus staubfreiem Recyclingmaterial angefertigt wurden. Ost- und Westgipfel werden durch Holzstege aus Lärchenholz verbunden. Er kann mit Kinderwägen und Rollstühlen problemlos befahren oder mit Gehhilfen begangen werden. Selbst kleine Kinder, die gerade erst gehen lernen, haben mit dem 1,3 Meter breiten Holzweg keinerlei Schwierigkeiten. Der Weg wurde 2014 fertiggestellt und macht seitdem müheloses Wandern für alle auf einer Strecke von 3,4 Kilometern möglich.

Foto: Lupi Spuma

Ansporn für Muskeln und Kreativität

Ein liebevoll und bunt gestalteter Natur-Spieleweg lädt rund um die Schöckl-Bergstation zum Mitspielen und Mitmachen ein. Hier werden nicht nur Muskeln und Unternehmergeist, sondern auch die grauen Zellen der kleinen Bergsteiger beansprucht. Die Hauptrolle spielen dabei die Pflanzen, Tiere und Steine des alpinen Lebensraums. Spiele-Klassiker wie Tic Tac Toe, Wald-Memory, Waldboccia und Tier-Pantomime stechen jedes Smartphone aus und beschäftigen die Kleinen mit einer Art Freiluft-Activity, damit sich die Großen einer ungestörten Unterhaltung hingeben können. Bergwandern ist erwiesenermaßen am förderlichsten für die Gesundheit, wenn man sich dabei noch unterhalten kann, ohne außer Atem zu kommen. Ein wenig mehr Puste erfordert die Motorikparktour am Schöckl-Plateau. Hier werden Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit auf die Probe gestellt. Der Fitness-Parcours verfügt über zwei unterschiedlich schwierige Bereiche, in denen nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen Gleichgewicht, Kletterkünste und Koordination ausgetestet und trainiert werden können.

Jugendstilarchitektur, Wetterhexen und moderne Technik

Stärkung, Erholung und das Flair von Sommerfrische im Fin-de-Si­è­cle-Stil bietet das denkmalgeschützte Stubenberghaus. Die Schutzhütte wurde vom Jugendstil­architekten Friedrich Sigmund vor rund 120 Jahren geplant. Sigmund war auch am Umbau des Traditionskaufhauses Kastner & Öhler in der Sackstraße 1894 beteiligt. Bedingung für die finanzielle Beteiligung der Stadt am Projekt Stubenberghaus war bei der Errichtung, dass die Hütte unbedingt auch von der Stadt aus zu sehen sein müsste. Die 1936 hinzugefügte Südterrasse bietet auch in die andere Richtung einen wunderschönen Ausblick auf Graz. Wie die Märchengrottenbahn im Grazer Schlossberg ist auch der Hexenexpress magischer Anziehungspunkt und aufregender Abschluss eines Familienwandertags. Auf der einen Kilometer langen Sommerrodelbahn kann man sich wie die legendäre Schöcklhexe auf ihrem von Fledermäusen gezogenen Wagen den Fahrtwind um die Ohren sausen lassen. Laut der Sage soll die Schöcklhexe in sogenannten Wetterlöchern Unwetter brauen und nach Lust und Laune über die Grazer Bauern hereinbrechen lassen. Mit dem Wetter sollte man tatsächlich nicht spaßen im Gebirge. Der Schöckl ist zwar Hausberg, aber echtes alpines Gebirge. Trotz sommerlicher Temperaturen im Tal kann es am Gipfel schon mal kälter werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auf der Webseite der Holding Graz mittels Webcam auch visuell über die aktuelle Wetterlage schlau machen.

Foto: Lupi Spuma

Webcam und Informationen rund um den Schöckl: www.schoeckl.at

Wetter-Hotline: Tel.: 0316 887 1110